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Keine Chance dem Biofilm

16.03.2018
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Forscher des Helmholtz-Instituts für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) haben ein Molekül ent­wickelt, welches die Biofilm-Bildung von Pseudomonas aeroginosa verhindert. Die Bakterien gehören zu den Kranken­ haus­keimen und können in einem sogenannten Biofilm, also in dicht zusammengelagerten Kolonien, lange Zeit im Körper überdauern. Eingelagert in eine Zuckermatrix schirmen sie sich gegen das Immunsystem und gegen Antibiotika ab. Häufig weisen die Keime zusätzlich Resistenzen auf.

Das Forscherteam um Dr. Roman Sommer berichtete im Fachmagazin »Journal of the American Chemical Society«, dass mithilfe eines Hemmstoffes die Matrixbildung mit dem Zuckermolekül Mannose unterbunden werden könne. Der Hemmstoff binde hochspezifisch an dem Bakterienprotein LecB, welches für die Quervernetzung mit Mannose verantwortlich ist. »Die Struktur dieses­ Mo­leküls haben wir Schritt für Schritt anhand von Laborergebnissen optimiert, sodass es nun ausreichend lange an LecB binden kann und auch gegenüber ab­bauenden Enzymen des Körpers stabil ist«, erklärte Dr. Alexander Titz, Leiter der Nachwuchsgruppe Medizinische Chemie von Naturstoffen, in einer Pressemitteilung des Instituts. »Wir haben in Zellkulturen eindeutig nachgewiesen, dass der Hemmstoff die Biofilm-Bildung durch Pseudomonas verhindert«, so Titz. Der entscheidende Vorteil des Moleküls sei dabei seine­ geringe Größe. Diese mache eine orale Verabreichung möglich.: Untersuchungen an Mäusen haben gezeigt, dass sich der Wirkstoff auch bei oraler Aufnahme im Körper verteilte. Der Hemmstoff sei jedoch noch nicht bereit für die klinische Anwendung. (cw)