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Sonnenschutzmittel kein Freibrief

16.03.2018
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Sonnenschutzmittel sind nicht in der Lage, zuverlässig vor Hautkrebs zu schützen. Dieses Fazit zieht Professor Dr. Jürgen Lademann, Leiter des Centers of Experimental and Applied Cutaneous Physiology an der Berliner Charité, in einem aktuellen Artikel in der »Aktuellen Dermatologie«.

Die heute eingesetzten Lichtschutzfaktoren ver­mögen die Entwicklung von Spinaliomen zu verhindern, eine aktinische Keratose als Vorstufe dieses weißen Hautkrebses kann sich zurückbilden. Diese Zusammenhänge sind nach den Ausführungen Lademanns bewiesen. Doch ob Lichtschutzfaktoren auch vor Basaliomen schützen, auf die die übrigen 80 Prozent der Hautkrebsfälle entfallen, sei bislang in Studien nicht eindeutig nachgewiesen.

Noch unklarer und widersprüchlicher ist die Studienlage laut Lademann beim schwarzen Hautkrebs. Melanome entwickeln sich meist aus einem Muttermal. Diese Naevi entstehen in der Kindheit und ihre Bildung wird durch UV-Strahlen mitbegünstigt. Dazu müssen sich die Kinder nicht lange in der Sonne aufhalten und sie müssen auch keine Sonnenbrände erlitten haben. Bereits eine mode­rate Sonnenexposition ohne Sonnenbrand kann die Entwick­lung melanozytärer Naevi auslösen, berichtet Lademann­. Ob Lichtschutzfaktoren die Bildung von Mutter­malen ver­hindern können, ist unklar. Zu widersprüchlich seien die verschiedenen­ Studienergebnisse.

Lademann rät deshalb, sich nicht allein auf Sonnenschutzmittel zu verlassen. Der beste Schutz ist aus Sicht des Experten ein kombinierter: Zwischen 10 und 14 Uhr die Sonne meiden, sich auch sonst bevorzugt im Schatten aufhalten und neben der Sonnencreme auf einen textilen Sonnenschutz achten. (ew)