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Deutscher Apothekerverband

Erstes Treffen mit dem neuen Patientenbeauftragten

27.07.2009  21:44 Uhr

Deutscher Apothekerverband

Erstes Treffen mit dem neuen Patientenbeauftragten

von Bettina Sauer

Der Deutsche Apothekerverband hat einen neuen Patientenbeauftragten: Thomas Preis koordiniert fortan bundesweit die Zusammenarbeit zwischen Apothekern und Patientenorganisationen. Er hat sich Anfang Juli mit Vertretern beider Gruppen getroffen und seine Vorstellungen über die zukünftige Arbeit dargelegt. 

Anfang 2009 hat Thomas Preis, Apotheker aus Köln und Vorsitzender des Apothekerverbandes Nordrhein, das Amt des Patientenbeauftragten von Monika Koch, der Vorsitzenden des Sächsischen Apothekerverbandes, übernommen. Preis und Koch gehören beide dem Vorstand des Deutschen Apothekerverbands (DAV) an. 

Der DAV engagiert sich seit 1998 für eine intensivere Zusammenarbeit zwischen Apothekern und Patientenorganisationen. Dazu ernennt jeder Landesapothekerverein oder -verband Apothekerinnen und Apotheker zu ehrenamtlichen Patientenbeauftragten. Unter anderem vermitteln diese Kontakte zwischen Apothekern und Selbsthilfegruppen, stellen Apotheken Informationsmaterial zur Verfügung und planen Aktionen und Kampagnen mit Patientenorganisationen. Zu den neuesten Aktivitäten gehört die Kooperation mit den Landesverbänden der Behindertensportler - in Anlehnung an das Engagement der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände für den Deutschen Behindertensportverband und die paralympische Mannschaft. 

Um sich über ihre Arbeit auszutauschen und gemeinsame Projekte zu planen, treffen sich die Landesbeauftragten regelmäßig in Berlin mit ihrem Bundesbeauftragten, seit neuestem also mit Thomas Preis. Bei der ersten Sitzung unter seiner Leitung im März 2009 sagte Preis: »Unsere weitere Arbeit soll an die der vergangenen Jahre anknüpfen und ins Gesamtkonzept des DAV passen.« Um deren aktuellen Stand zu bestimmen, führte Ralf Denda, beim DAV hauptamtlich für die Kontakte zu Patientenorganisationen zuständig, eine vereinfachte SWOT-Analyse durch. Die Abkürzung steht für »Strengths« (Stärken), »Weaknesses« (Schwächen), »Opportunities« (Chancen) und »Threats« (Risiken). Zu allen vier Begriffen schrieben die ehrenamtlichen Landesbeauftragten Assoziationen auf Zettel, hefteten diese dann an Pinnwände, ordneten sie nach Themengruppen und gewichteten sie. Platz eins sowohl bei den Stärken als auch bei den Chancen belegte dabei die Lotsenfunktion des Apothekers, beispielsweise durch die Vermittlung von Patienten an geeignete Selbsthilfegruppen. Auch den engen zwischenmenschlichen Kontakt, die kompetente heilberufliche Beratung und die Vernetzung mit Ärzten und anderen Partnern im Gesundheitssystem beurteilten viele Landesbeauftragte äußerst positiv. Als wichtigste Schwächen beziehungsweise Risiken nannten sie den Zeitmangel in der Apotheke sowie die Kluft zwischen den Erwartungen des Patienten und der Durchführbarkeit von Maßnahmen. Zudem sei es mitunter schwierig, die Qualität und Unabhängigkeit von Selbsthilfegruppen einzuschätzen.

Auf Basis ihres Brainstorming entwarfen die Landesbeauftragten ein Leitbild für die zukünftige Arbeit: Es setzt den Patienten in den Mittelpunkt und hebt die Lotsenfunktion des Apothekers hervor. Die Landesbeauftragten definierten sich als Ansprechpartner für ihre Kollegen, einzelne Patienten und Patientenorganisationen. Zudem möchten sie heilberuflich orientiert, transparent und von wirtschaftlichen Interessen unabhängig handeln und sich mit anderen Gesundheitsberufen vernetzen. 

Als Preis Anfang Juli Vertretern von Patientenorganisationen auf Bundesebene das Leitbild vorstellte, stießen die Ideen auf breite Zustimmung. Astrid Burkhardt von der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) begrüßte besonders die Stärkung der Lotsenfunktion des Apothekers: »Jede Form der guten Vernetzung nutzt den Patienten im zunehmend undurchsichtigen Gesundheitssystem ungemein.« Preis wird sich fortan regelmäßig mit den Patientenvertretern auf Bundesebene treffen. Denn das zählt ebenfalls zu seinen Aufgaben als Patientenbeauftragter des DAV. Unter seiner Leitung soll die Zusammenarbeit mit den Selbsthilfegruppen in bewährter Weise weiterlaufen: »Auch in Zukunft werden wir uns regelmäßig treffen, um uns wechselseitig über die Belange von Apothekern und Patienten auszutauschen, gemeinsame Projekte zu erarbeiten und über aktuelle Entwicklungen bezüglich Gesundheitspolitik, Apotheke und Arzneimitteln zu informieren.«

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