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26.07.2010  14:35 Uhr

Hygienedefizite in Krankenhäusern

PTA-Forum / Seit die mangelhafte Hygiene in zwei Münchner Kliniken öffentlich wurde, widmen die Medien diesem Thema zahlreiche Beiträge. Die befragten Experten drücken ihr Unverständnis aus, dass Ärzte und Pfleger trotz besseren Wissens die Grundregeln der Hygiene im Klinik­alltag nicht ausreichend beachten. Dabei sei der Aufwand nicht groß, um die Hygiene zu verbessern, sind sich die Fachleute einig.

So ist die Händedesinfektion eine der wichtigsten Maßnahmen zur Verhütung von Infektionen. Dennoch unterlässt es jeder vierte Arzt, sich die Hände zu desinfizieren, nachdem er Kontakt zu einem Patienten mit einer infizierten Wunde gehabt hatte, fanden Heidelberger Wissenschaftler in einer Studie heraus. Obwohl bekannt ist, dass die Keimübertragung von einem Patienten auf den anderen meist über die Hände des Personals geschieht, müssen Hygiene-Experten diese Binsenweisheit Ärzten und Pflegern immer wieder in Erinnerung rufen.

»Hygiene wird oft als ein lästiges Übel angesehen, das vor allem Zeit kostet«, sagt Klaus-Dieter Zastrow, Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene. In den meisten Bundesländern verzichten die Krankenhäuser aus Kostengründen auf Hygiene-Berater und verfügen nicht einmal über Richtlinien. Nur in Berlin, Bremen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und im Saarland haben Krankenhäuser und Kliniken eine Hygieneverordnung und beschäftigen Hygienebeauftragte.

Die Folgen mangelhafter Hygiene lassen sich nur vermuten. Das Robert-Koch-Ins­titut schätzt, dass in Krankenhäusern jedes Jahr 600.000 Menschen an hart­näckigen Lungen-, Harnwegs- und Wund­infektionen oder Blutvergiftungen erkranken und bis zu 15.000 Patienten sogar an den Folgen der multiresistenten Keime sterben. Dabei ließe sich wahrscheinlich jede Dritte dieser Infektionen vermeiden, wenn sich Ärzte und Pflegepersonal an die Grundsätze des sauberen Arbeitens hielten.

Entscheidend ist aber nicht nur »ob«, sondern auch »wie« Ärzte und Pfleger Desinfektionsmittel benutzen. Falsch angewandt können sie dazu führen, dass Bakterien gegen Antibiotika resistent werden. »Wenn ein Chirurg daneben schneidet, sieht er den Fehler sofort. In der Hygiene sind es aber die kleinen Unachtsamkeiten, die später schwere Folgen haben können«, so Zastrow. Manchmal sogar tödliche.

Quelle: Süddeutsche online

Mit Rhythmus gegen Schlaganfall

PTA-Forum / Jedes Jahr erleiden mehr als 20 Millionen Menschen einen Schlaganfall. Bei diesem Ereignis werden oft Gehirnareale geschädigt, die die Bewegung und Sprache steuern.

Das beeinträchtigt in starkem Maße die Lebensqualität der Betroffenen und erfordert häufig langwie­rige Rehabilitationsmaßnahmen. Diese Patienten könnten von einer speziellen Musiktherapie profitieren. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler um Joke Bradt vom »Arts and Quality of Life« Forschungszentrum an der Temple Universität Philadelphia, USA. Das Forscherteam hat sieben Studien mit insgesamt 184 Patienten miteinander verglichen. In drei von vier der Studien, die sich speziell mit Schlaganfallpatienten befassten, setzten ausgebildete Musiktherapeuten die sogenannte »rhythmisch-akustische Gehörstimulation« (Rhythmic Auditory Stimulation, RAS) zur Behandlung ein. Die RAS ist eine Art Gangtraining mit Musik und verbindet Bewegung mit Rhythmus. Musik eines speziellen Tempos regt die Patienten zu schnelleren Bewegungen an. Nach der RAS-Therapie machten die Patienten größere Schritte und gingen zügiger. So liefen sie pro Minute durchschnittlich 14 Meter weiter als Patienten nach einer Standardtherapie. Studienleiter Bradt sieht im Rhythmus den Schlüssel für den Erfolg der Musiktherapie bei Schlag­anfallpatienten.

Quelle: Cochrane Database of Systematic Reviews

Ingwer lindert leichten Muskelschmerz

PTA-Forum / Anhänger der traditionellen chinesischen Medizin schätzen Ingwer seit langem zur Behandlung unterschiedlicher Beschwerden, so auch von Muskelschmerzen, Rheuma und Erkältungen.

Inzwischen gewinnt das Rhizom von Zingiber officinale in der westlichen Medizin zunehmend an Bedeutung, als Mittel gegen leichte grippale Infekte sowie gegen Magenbeschwerden und Übelkeit, beispielsweise in der Schwangerschaft. Dass Ingwer Entzündungen hemmt und Schmerzen lindert, war bislang nur aus Tierexperimenten mit Mäusen bekannt. Nun hat eine Forschergruppe um Professor Patrick J. O’Connor von der University of Georgia diesen Effekt bei Menschen getestet. Das Ergebnis der Studie: Der tägliche Verzehr von zwei Gramm linderte leichten Muskelschmerz.

Die Forscher untersuchten die Wirkung von rohem oder gekochtem Ingwer bei 78 jungen Erwachsenen. Elf Tage lang nahmen die Probanden zwei Gramm in Kapselform oder Placebo. Am achten Tag mussten sie anstrengende Armbeuger-Dehnungen mit schweren Gewichten ausführen, die leichten Muskelschmerz im Arm auslösten. An den folgenden drei Tagen mussten die Studienteilnehmer die Stärke des Muskelschmerzes auf einer Skala angeben, und die Forscher bestimmten Blutparameter für den Grad der Entzündung. 24 Stunden nach dem Sport lagen die Werte für das Schmerzempfinden in der Ingwergruppe um 25 Prozent unter denen der Placebogruppe. Im Gegensatz zu früheren Studien stellten die Wissenschaftler keinen Unterschied zwischen rohem oder gekochtem Ingwer fest. Nach weiteren zwei beziehungsweise drei Tagen gab es keine messbare Differenz mehr zwischen beiden Gruppen.

Quelle: Journal of pain