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Warzen

Geduld üben und durchhalten

24.06.2011  15:38 Uhr

Von Tanja Schweig / Im Sommer tummeln sich viele Menschen im Schwimmbad und infizieren sich dort mit lästigen Warzen. Deren Behandlung ist im Prinzip nicht schwierig, für die Therapie brauchen die Patienten jedoch unbedingt einen langen Atem.

Warzen sind kleine Wucherungen der Hornhaut. Vulgäre Warzen treten blumenkohlartig nach außen hervor, Dorn- oder Plantarwarzen wachsen in die Tiefe. Verursacht werden Warzen durch verschiedene Typen von Papillomaviren. Nach Kontakt, zum Beispiel beim Barfußgehen über Schwimmbadfliesen, wandern die Viren durch feinste Hautrisse, nisten sich in die Zellen der Epidermis ein, und die Epithelzellen beginnen zu wuchern. Oft treten Warzen an Händen und Füßen auf, weil dort die Haut im Vergleich zum restlichen Körper weniger gut durchblutet und die körper­eigene Abwehrkraft nicht so stark ist.

Selbst behandeln oder Arzt aufsuchen

Viele Warzen heilen spontan ab, wenn das Immunsystem die Viren plötzlich besiegt. Auf diese Weise verschwindet die Hälfte aller Warzen nach durchschnittlich zwei Jahren von selbst. Doch der Prozess kann auch länger dauern. Die meisten Menschen wollen nicht so lange warten, weil Warzen an Fingern oder Zehen hässlich aussehen, zum anderen unter der Fußsohle oder den Zehen beim Auftreten schmerzen. Außerdem besteht ständig die Gefahr, dass sich der Patient an einer anderen Hautstelle selbst neu infiziert und somit die Zahl der Warzen rasch zunimmt. Auch innerhalb der Familie besteht Ansteckungsgefahr! Um weitere Übertragungen zu verhindern, sollten die Betroffenen ihre Warzen stets mit Pflastern abdecken.

Übrigens: Arzneimittel zur Therapie von Warzen gehören nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen, das heißt, wer gesetzlich versichert ist und seinen Hautarzt um Rat fragt, erhält in aller Regel ein grünes Rezept (für rezeptfreie Produkte) oder ein Privatrezept (für verschreibungspflichtige Präparate) und muss die Arzneimittel in der Apotheke selbst bezahlen. Aus diesem Grund wenden sich viele Patienten direkt an PTA oder Apotheker. Patienten mit Warzen im Gesicht oder am Hals und auch mit größeren Ansammlungen sollten diese nicht selbst behandeln, sondern den Facharzt aufsuchen. Einzelne Warzen an Füßen und Händen kann der Patient auch selbst therapieren.

Auf dem Arzneimittelmarkt sind mehrere Präparate rezeptfrei erhältlich: als Monotherapeutikum Lösungen mit 10- bis 20-prozentiger Salicylsäure oder Lösungen in Kombination mit Milchsäure. Diese Produkte muss der Patient zwei- bis viermal täglich ganz gezielt nur auf die Warze pinseln. Salicylsäure wirkt stark keratolytisch, sodass sich die Warze weiß verfärbt und schichtweise entfernen lässt.

Baden und ablösen

Am besten funktioniert das, wenn der Patient zuvor den Fuß oder die Hand in lauwarmem Seifenwasser badet. Eventuell kann er dann mit einer Pinzette oder Nagelschere vorsichtig die oberste Schicht abheben. Die Warze darf keinesfalls bluten, weil dabei Viren übertragen werden. Diese Methode verlangt von den Betroffenen höchste Compliance. Die Behandlung zieht sich unter Umständen über Wochen.

Alternativ kann der Patient ein Pflaster mit konzentrierter Salicylsäure exakt in der Größe der Warze zuschneiden und mit Heftpflaster darüber festkleben. Die normale Einwirkdauer im Rahmen der Selbstmedikation beträgt zwei Tage. Nur der Arzt darf empfehlen, die Behandlung über eine Woche hinaus zu verlängern.

Vulgäre Warzen lassen sich auch mit Monochloressigsäure entfernen, indem der Patient mit einem Auftragespatel wenig Lösung einmal pro Woche auf die Warze tupft. Um gesunde Haut zu schonen, kann er vorab die Haut rund um die Warze großzügig mit Vaseline abdecken. Die durchschnittliche Anwendungsdauer beträgt fünf Wochen. Verschreibungspflichtig ist eine Lösung mit Salicylsäure, dem ­Virustatikum Fluorouracil und dem Hilfsstoff Dimethylsulfoxid. Das Virustatikum soll vor allem bei älteren Warzen und tiefen Plantarwarzen gut wirken.

Vereisen und vorbeugen

Inzwischen können Patienten auch Vereisungssprays ohne Rezept in der Apotheke erwerben. Deren Handhabung ist allerdings kompliziert und sollte den Kunden ausführlich erklärt werden. Die Hersteller empfehlen die Produkte erst für Kinder ab vier Jahren und raten Diabetikern wegen der Gefahr von Wundheilungsstörungen davon ab. Gelingt das Vereisen nicht beim ersten Mal, kann die Behandlung 14 Tage später wiederholt werden.

PTA oder Apotheker können Schwimmbadfans zur Vorbeugung raten, in der Dusche und Umziehkabine stets Badeschuhe zu tragen und nach dem Baden die Füße sehr gut abzutrocknen. Die Füße sollten danach möglichst nicht schwitzen. Demnach sind dichte Turnschuhe aus synthetischen Materialen tabu. Zu Hause sollte man am besten so oft wie möglich barfuß gehen. /

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