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Buchtipp

Das Baby-Lexikon

13.05.2014  15:26 Uhr

Von Yuki Schubert / Schlafen, durchatmen, mit zwei Händen essen – das wünschen sich viele junge Eltern. Laut den beiden Müttern Anne Nina Simoens und Anja Pallasch soll mit dem Servicebuch Babypedia mehr Zeit dafür bleiben. Werdende Mütter und Väter erfahren hier alles zur Schwangerschaft und zum ersten Jahr mit dem Baby.

Mittlerweile haben wir es schon verinnerlicht: Bei einem speziellen Ausdruck, einer unbekannten Person oder einem historischen Ereignis ziehen wir erst einmal das Online-Lexikon Wikipedia zu Rate. Schließlich kommt man so schnell und ohne großen Aufwand zu vielen Informationen. Das Buch Babypedia verspricht genau den gleichen Effekt. Mit der Lektüre bleibt (werdenden) Eltern eine umfassende Eigenrecherche erspart. Eine gute Idee, schließlich ist die Zeit vor und nach der Geburt eines Kindes schon aufregend genug – je weniger Stressfaktoren, desto besser.

Dabei machen die beiden Autorinnen und berufstätigen Mütter inhaltlich ein weites Feld auf. Von Schwangerschaftsmode und Mutterschutzbestimmungen über die Wahl der Schlafstätte des Babys hin zu Versicherungsfragen und der steuerlichen Entlastung für Alleinerziehende. Dementsprechend gibt Babypedia vielseitig Auskunft. Simoens und Pallasch informieren die Leser zum Beispiel über die Tücken der gesetzlichen Unfallversicherung für ihr Kind. Diese deckt laut Babypedia nur Unfälle in staatlich anerkannten Krippen oder Kindergärten sowie den direkten Weg zur oder von der Einrichtung ab.

Ebenso werden die Leser darüber aufgeklärt, dass sie als frischgebackene Eltern dem Standesamt nach Personenstandsgesetz innerhalb einer Woche die Geburt des Kindes melden müssen. Steht bis dahin noch kein Vorname fest, haben die Eltern einen Monat Zeit, diesen nachzureichen.

Zukünftige Mamas erfahren auch, dass nach der Geburt spezielle Rückbildungskurse helfen, um die beanspruchten Muskeln und Organe wieder kräftig und elastisch zu machen. Frauen mit Kaiserschnitt sollten aber länger warten, bis sie solche Übungen durchführen.

Wer sich genauer über ein bestimmtes Thema informieren möchte, findet zu allen vorgestellten Themenblöcken Buch-, DVD- und Internettipps. Die Autorinnen verweisen zudem auf kostenlose Broschüren. Die Vorgehensweise ist also ähnlich zu der bei Wikipedia. ­Simoens und Pallasch geben aber auch persönliche Empfehlungen. Diese sind praxisbezogen und verschönern das Leseerlebnis. Hat das Baby zum Beispiel sein Lätzchen mit Karottenbrei bekleckert, hilft es, dieses in die Sonne zu legen, um den Fleck auszubleichen. Andere Tipps – zum Beispiel, dass Frauen anstatt Umstandsmode zu kaufen auch den Kleiderschrank ihres Partners durchstöbern können – sind weniger unterhaltsam, da schon hundertmal gehört.

Überzeugender sind da die W-Fragen, die die Autorinnen nutzen, um sich einem komplexen Thema wie dem Elterngeld zuzuwenden: Was ist Elterngeld, wie lange wird es gezahlt, wer bekommt es und wann müssen Mutter und Vater das Elterngeld beantragen. Damit begeben sich die Autorinnen in die Position des Lesers, der sich genau diese Fragen durchaus stellt. Darüber hinaus zeigen Simoens und Pallasch viele Vor- und Nachteile auf, zum Beispiel der unterschiedlichen Babybettmodelle. Eine Wiege spare Platz, weil sie kleiner sei als ein Bett. Viele Babys fühlten sich zudem in begrenzten Schlafplätzen geborgen, heißt es im Buch. Allerdings müsse nach circa fünf Monaten eine andere Schlafstätte gefunden werden, da das Baby mobiler wird und versucht, sich in der Wiege aufzurichten. Die werdenden Eltern können sich mit einer solchen Pro- und Contra-Liste besser entscheiden, was sie wirklich kaufen möchten. Also ein deutliches Plus des Buches.

Allerdings sollten für eine umfassende Information auch andere Quellen als ausschließlich Babypedia genutzt werden, um beispielsweise Gesetzesänderungen nicht zu verpassen oder um sich in umfangreiche Themen wie die Ernährung von Mutter und Kind einzulesen. Denn Babypedia bietet lediglich einen Überblick, ist aber durchaus nützlich. Neben Alltagshelfern und Einsparmöglichkeiten findet der Leser sogar Checklisten, die er abarbeiten kann. Auch spezielle Smartphone-Apps stellen die Autorinnen vor, darunter zum Beispiel technische Helfer, um sich Stillzeiten zu merken. Babypedia ist also das ideale Nachschlagewerk für pragmatisch denkende Eltern. /