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Gliptine für heile Knochen

03.04.2017
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Gliptine verbessern nicht nur den Blutzuckerspiegel bei Diabetikern, sondern fördern möglicherweise auch die Heilung von Knochenbrüchen bei älteren, über­gewichtigen Patienten. Dies zeigte eine neue Studie des Deutschen Instituts für Ernährungs­forschung (DIfE), Potsdam.

Dass Alterungsprozesse Übergewicht begünstigen, führen die Wissenschaftler unter anderem auf zu große Ansammlungen von Fettzellen zurück, beispielsweise im Knochenmark. Diese stehen offen­bar in Zusammenhang mit Osteoporose, einem erhöhten Risiko für Knochenbrüche sowie einer gestörten Ausreifung der Immun- und Blutzellen. »Wir haben ein erstes molekulares Bindeglied identifiziert, das die negative Wirkung der Fettzellen auf die Regenerationsfähigkeit der Knochen vermittelt. Es handelt sich um das eiweiß­spaltende Enzym Dipeptidyl-Peptidase 4, kurz DPP4 genannt«, erläutert Studienleiter Professor Dr. Tim Julius Schulz.

Dieses Enzym ist aus der Diabetesforschung gut bekannt, denn es baut Hormone ab, die den Zuckerstoffwechsel beeinflussen. Basierend auf diesen Erkenntnissen wurden die DPP4-Inhibitoren für die Diabetes-Therapie entwickelt – die Gliptine. Nun forschen Wissenschaftler weiter, denn die aktuellen Studienergebnisse liefern einen therapeutischen Ansatzpunkt, um die Knochenregeneration ins­besondere bei älteren, übergewichtigen Menschen zu verbessern. (ais)