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Tiergesundheit

Achtung, Flöhe!

06.04.2018
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Von Caroline Wendt / »Kommen Kunden mit dem Verdacht auf Flöhe bei ihrem Haustier in die Apotheke, können PTA und Apotheker ihnen einen einfachen Trick verraten, mit dem sie die Befürchtung über­prüfen können«, so Apotheker Alexander Jaksche bei einem Seminar des hessischen Apothekerverbands zur Tiergesundheit. Sind im Fell dunkle Krümel zu finden, handelt es sich möglicherweise um den Kot der adulten Flöhe. Er enthält verdautes Blut. »Zerreibt man den Kot in einem feuchten Taschentuch, verfärbt sich das Taschentuch braun-rot«, erklärte der Referent.

Ist der Flohbefall bei Hund oder Katze­ verifiziert, sollten sich die Tierhalter an einen Vier-Punkte-Plan halten, so Jaksche. Neben der Bekämpfung des Flohs am Tier mit einem geeigneten Shampoo, Spray oder Puder sei auch ein Spot-On oder Halsband sinnvoll, um einem erneuten Befall vorzubeugen.

Ein Spot-On sollte allerdings erst 48 Stunden nach der Behandlung mit einem Floh-Shampoo erfolgen, da die im Shampoo enthaltenen Tenside den natürlichen Fettfilm der Haut zerstören. »Ein Spot-On benötigt aber einen intakten Fettfilm, um wirksam zu sein«, erklärte der Apotheker.

Während adulte Flöhe immer nah an ihrem Wirt bleiben, sind Eier, Larven und Puppen überwiegend in der Umgebung der Tiere zu finden. Neben dem Waschen von Decken und dem Absaugen von Teppichen, Sofas oder Autositzen seien deshalb auch wirkstoffhaltige Umgebungssprays zu empfehlen. Bei Katzen verbieten sich Repellentien, die Permethrin oder Deltamethrin enthalten, denn sie wirken bei ihnen toxisch.

Der vierte Punkt bei Flohbefall ist eine Entwurmung. »Flöhe können den Gurkenbandwurm übertragen, der auch für den Menschen gefährlich werden kann«, so der Apotheker. Dabei erfolgt die Infektion des Tieres über eine orale Aufnahme infizierter Flöhe. »Kratzt und beißt sich das Tier wegen des Juckreizes, gelangen die Flöhe samt dem Bandwurm in den Verdauungstrakt«, erklärte Jaksche. Seit dem 1. März 2018 sind Wurmkuren mit dem Wirkstoff Praziquantel (zum Beispiel in Droncit®) allerdings verschreibungspflichtig. /