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Kinder bekommen seltener Antibiotika

06.04.2018
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Ärzte verschreiben Kindern immer weniger Antibiotika. Das ergab eine aktuelle Auswertung der Versichertendaten der KKH Kaufmännische Krankenkasse. Den Ergebnissen zufolge ist die Zahl der Antibiotika-Rezepte zwischen 2008 und 2016 um 33 Prozent gesunken, bei Säuglingen sogar um 51 Prozent.

Im Jahr 2016 wurden bundesweit 425 Antibiotika-­Rezepte pro 1000 Kindern und Jugendlichen im Alter bis 17 Jahre ausgestellt, bei den unter Einjährigen verzeichnet die KKH nur 95 Antibiotika-Rezepte pro 1000 Säuglingen.

»Es ist sehr positiv, dass Antibiotika bei Kindern zu­nehmend sorgsamer eingesetzt werden«­, sagt Sven Seißelberg­, Apotheker bei der KKH. »Denn besonders bei Säuglingen kann eine häufige Einnahme schlimme Folgen für die Gesundheit haben.«­ Dazu zählen vor allem ein er­höhtes­ Risiko für chronisch entzündliche Darmerkran­­kungen sowie für Asthma und Übergewicht.

Laut Forschern leiden Babys, die während der Stillzeit ein Antibiotikum bekommen, häufiger unter Infek­tionen und sind in der Folge öfter auf weitere Antibiotika angewiesen. Experten nennen als Grund die schädliche Wirkung der Medikamente auf die Darmflora: Sie redu­zieren die Darmbakterien nicht nur zahlenmäßig, sondern sorgen auch für eine geringere Vielfalt. »Wenn Antibio­tika nötig sind, sollten sie möglichst zielgerichtet eingesetzt und keine Breit­spektrum-Medikamente verschrieben werden«, so Seißelberg. (khk/nk)