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Softdrink-Konsum viel zu hoch

06.04.2018
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PZ / Die gute Nachricht vorweg: Fast 96 Prozent der Kinder und Jugend­lichen in Deutschland erfreuen sich laut jüngster Analyse der Langzeitstudie KiGGS guter Gesundheit. Erste Erkenntnisse der »Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugend­lichen in Deutschland« haben Experten des Robert-Koch-Instituts (RKI) Ende März vorgestellt.

Im Hinblick auf Gewicht, Allergien und Lebensstil hat sich die Lage im Vergleich zum Studien­beginn vor zehn Jahren nicht weiter verschlechtert. Entscheidende Verbesserungen gab es jedoch auch nicht. So sind beispielsweise aktuell genau­so viele Kinder und Jugendliche übergewichtig oder adipös wie bei der Basis-Erhebung.

Signifikant auffällig bleibt, dass die Chancen für ein gesundes Aufwachsen ungleich verteilt sind: Kinder und Jugendliche aus sozioökonomisch schwächeren Familien sind oft dicker, bewegen sich weniger, rauchen häufiger und ernähren sich weniger gesund.

Bei den zuckerhaltigen Erfrischungs­getränken ist die Tendenz besonders deutlich. Zwar ist der Konsum in den letzten Jahren insgesamt leicht gesunken, er bleibt trotz des Rückgangs aber auf einem zu hohen Niveau. Kinder aus sozial benachteiligten Familien greifen deutlich häufiger zur süßen Brause als Gleichaltrige mit hohem sozioökonomischem Status.

Offensichtlich werden bestimmte Bevölkerungsgruppen von den Bemühungen der Präventionskampagnen zu gesunder Ernährung kaum erreicht. ­Neben einer Steuer auf Getränke, die mehr als 5 Prozent Zucker enthalten, wie sie Anfang April nun auch in Großbritannien eingeführt wurde, fordern die Experten des RKI deshalb weitere Maßnahmen, wie beispielsweise Werbebeschränkungen für die Zielgruppe und die Erweiterung des Angebots ­zuckerfreier Getränke in Kindertagesstätten, Kindergärten und Schulen. /