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Tag der Zahngesundheit

Damit die Zähne länger leben

01.09.2007  21:01 Uhr

Tag der Zahngesundheit

Damit die Zähne länger leben

Désirée Kietzmann, Berlin

Der »Tag der Zahngesundheit« (TdZ) stellt am 25. September das Thema Mundhygiene wieder ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Das diesjährige Motto lautet »Gesund im Mund – auch unsere Zähne leben länger«. Über die vielen Aspekte im Zusammenhang mit der Zahngesundheit klären an diesem Tag zahlreiche Gesundheitsämter, Krankenkassen, Zahnarztpraxen und Apotheken auf.

Bereits seit 16 Jahren versucht der »Aktionskreis Tag der Zahngesundheit«, ein Zusammenschluss von 30 Organisationen aus Zahnärzteschaft und Krankenkassen, jährlich im September die Eigenverantwortung der Erwachsenen und auch der Kinder für die Gesundheit ihrer Zähne zu fördern. Offenbar mit Erfolg. Wie die Ergebnisse der vierten deutschen Mundgesundheitstudie vom Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) aus dem Jahr 2006 zeigen, nimmt die Häufigkeit von Karies in Deutschland kontinuierlich ab. So ist bei den Zwölfjährigen die Zahl der kariösen, gefüllten oder wegen Karies fehlenden Zähne im Vergleich zu 1997 um rund 60 Prozent gesunken. Die Gründe für diesen starken Rückgang sieht das IDZ vor allem darin, dass die zahnärztlichen Kontrolluntersuchungen häufiger genutzt werden. Dieses Jahr thematisiert der Aktionskreis, dass mit der steigenden Lebenserwartung der Bevölkerung auch die Zähne länger gesund und leistungsfähig sein müssen.

Auch bei Erwachsenen und Senioren verzeichneten die Autoren der Studie erstmals einen Rückgang der Karieserkrankungen. Allerdings offenbarten die Ergebnisse auch einen nur allzu logischen Zusammenhang: Mit dem Alter eines Zahnes steigt das Erkrankungsrisiko.

So nahm zum Beispiel bei den Senioren die Wurzelkaries um rund 30 Prozent zu. In der Gruppe der 35- bis 44-Jährigen leiden mehr als 50 Prozent unter einer mittelschweren, ein Fünftel unter einer schweren Parodontitis, der Entzündung des Zahnhalteapparates. Dies bedeutet einen Anstieg um rund 27 Prozent.

Zahnpflege durch Profis

Diese Zahlen und die demographische Entwicklung machen klar: Die Zahnheilkunde der Gegenwart und Zukunft muss präventionsorientiert sein. Aufgrund des gestiegenen Bedarfs arbeiten nach Angabe der Deutschen Gesellschaft für DentalhygienikerInnen schon heute deutschlandweit 400 Dentalhygieniker und 15 000 Prophylaxeassistenten in den Zahnarztpraxen. Sie beraten die Patienten zu Fragen der Mundhygiene, geben Tipps für die häusliche Zahnpflege und führen professionelle Zahnreinigungen durch.

Alte Zähne sind nicht nur anfälliger gegenüber Krankheiten, mit den Jahren ändert sich auch ihr Aussehen, was viele Patienten als ästhetisches Problem empfinden. Zahnverfärbungen sind jedoch nicht zwangsläufig ein Zeichen für schlechte Pflege. Im Laufe des Lebens wird der Zahnschmelz immer dünner und die darunter liegenden dunkleren Schichten scheinen stärker durch. Nicht zuletzt fördern Zahnbeläge die Anheftung von Farbstoffen, beispielsweise aus Tee, Rotwein oder Tabak. Außerdem können eine Reihe von Medikamenten zu Zahnverfärbungen führen, worauf PTA oder Apotheker die Patienten im Beratungsgespräch hinweisen sollten.

Um störende äußere Verfärbungen los zu werden, können sich Patienten beim Zahnarzt einer professionellen Zahnreinigung (PZR) unterziehen. Da Plaque ein Risikofaktor für die Entstehung von Karies und Parodontitis ist, beugt die PZR zusätzlich diesen beiden Erkrankungen vor. Innere Verfärbungen kann nur die chemische Zahnaufhellung bekämpfen, das so genannte Bleaching. Neben der Behandlung in der Zahnarztpraxis stehen in der Apotheke verschiedene Produkte für die Anwendung zuhause zur Verfügung. Das beste Mittel, um Zahnverfärbungen vorzubeugen, ist ein vermehrter Speichelfluss nach dem Essen. Spezielle Zahnpflegekaugummis mit Mikrogranulaten sind hier eine gute Empfehlung.

Frühkindliche Karies vermeiden

Die Prophylaxe von Zahnerkrankungen sollte schon bei den Milchzähnen anfangen. Wie die Bundeszahnärztekammer vor kurzem berichtete, leiden in Deutschland etwa 5 bis 15 Prozent der Kinder eines Jahrganges zwischen dem ersten und fünften Lebensjahr bereits an Karies. Die Ursache liegt auf der Hand: Viele Eltern reichen ihren Kleinen gesüßte Tees, Fruchtsäfte oder Erfrischungsgetränke in der Babyflasche. Deshalb wird die Milchzahnkaries auch Nursing-Bottle-Syndrom genannt.

Ist ein Milchzahn so stark geschädigt, dass der Zahnarzt ihn ziehen muss, leiden die Kinder nicht nur unter den Schmerzen. Anschließend kann ihre Sprachentwicklung gestört sein, sie schlucken falsch und nicht selten ist die spätere Zahnstellung fehlerhaft, da die Milchzähne als Platzhalter für das Folgegebiss fehlen. PTA und Apotheker sollten jungen Eltern als Erfrischung für ihre Kleinsten deshalb stets ungesüßte Tees oder stilles Wasser empfehlen. Zusätzlich kann fluoridhaltige Zahnpaste der Entstehung von Karies gut vorbeugen.

 

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