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Was ich noch erzählen wollte ...

Sanft bräunen trotz Sonne satt

22.07.2011  17:02 Uhr

Von Annette Behr / Sommer, Sonne, Strand und Meer. Danach sehnen sich die meisten Menschen in der Ferienzeit. Wer zu Hause bleibt, bevölkert bei schönem Wetter Freibäder, Seen und Parkanlagen. Das tut nicht nur der Seele gut, die meisten Menschen lieben auch gebräunte Haut. Damit das Sonnen ein Vergnügen bleibt, sind Pflegeprodukte eine gute Investition.

Jedes Jahr das gleiche Bild. Während meine Tochter und ich noch relativ blässlich durch den Sand tippeln, liegt die Generation »Silver Age« schon am frühen Morgen braun gebrannt am Strand des Berliner Wannsee-Bades. Manche sind Profis im Sonnen. Sie verbringen den ganzen Tag auf ihren Liegen, viele sind dunkelbraun, fast schon schwarz. Wer nicht mehr im Arbeitsprozess steht und den ganzen Tag frei gestalten kann, lässt die Stunden genüsslich verstreichen, dreht sich nur ab und zu um, mehr nicht! Einige ältere Männer fachsimpeln über die Bundesligaergebnisse, während sie sich im seichten Wasser von der Sonne rundherum bescheinen lassen. »So braun werde ich nicht einmal nach sechs Wochen Spanienurlaub«, sagt eine junge Frau neben uns, während sie sich mit Sonnenschutz eincremt. Auch ich werde nur leicht braun, eher rötlich, und muss mich sehr vor einem drohenden Sonnenbrand schützen. Das kenne ich seit meiner Kindheit. Als Kind fand ich die Sonnenschutzcremes zäh und unangenehm auf der Haut und trug schon damals lieber T-Shirts und einen Sonnenhut. Für mich galt stets als bester Schutz: einfach nicht zu lange in der Sonne bleiben.

Dass ein »zu viel« an Sonne Hautkrebs entstehen lässt, weiß mittlerweile jeder. Trotzdem wollen immer noch die meisten Deutschen gut gebräunt den Sommer er­leben. »No fun in the sun«, sagt Madonna allerdings nicht ohne Grund. Die bekannte Pop-Queen lässt keinerlei Sonne an ihre Haut, weil diese durch die Strahlen schneller altert. Recht hat sie! Jeder Sonnenbrand lässt die Haut um sechs Monate früher älter werden. Die meisten Tagescremes enthalten daher einen Lichtschutzfaktor. So mancher Strandbad-Sonnenanbeter sieht auch schon sehr gegerbt aus. Es ist eben wie so oft: Auf die Dosis kommt es an.

Früher schützten sich die Menschen mit langen, leichten und hellen Gewändern vor den Sonnenstrahlen. Die Damen flanierten mit weißen Schirmchen, trugen feine Handschuhe und mieden die Mittagshitze. In südlichen Ländern halten die Menschen Siesta, wenn die Sonne am höchsten steht, und erst nach Sonnenuntergang herrscht wieder reges Treiben auf den Straßen.

Sonnenbad mit Schutz

Inzwischen gibt es im Handel spezielle Kleidung, die vor UV-Strahlen schützt. So können auch die hellhäutigen Nordeuropäer längere Zeit in der wärmenden Sonne verbringen. Besonders für Kinder eignen sich Mützen mit Nackenschutz und Overalls. Ein Sonnenschirm, eine Strandmuschel aus Nylon oder ein Sonnensegel spenden Schatten. Generell sollte jeder die starke Mittagssonne meiden. Ein Schläfchen im Schatten ist erholsam, außerdem bräunt die Haut auch hier. Langsames Bräunen ist nicht nur gesünder, sondern hält auch ­länger. Darin sind sich Dermatologen einig. Im Sommer und in sonnenreichen Ge­bieten bedarf die Haut eines erhöhten Schutzes. Unabhängig vom Hauttyp ­schädigen UV-A- und UV-B-Strahlen sie ­bereits nach 10 bis 15 Minuten. Außerdem entziehen ihr Wärme, Wind und Wasser Fett und Feuchtigkeit. Für den längeren Aufenthalt in der Sonne empfiehlt sich eine Sonnenschutzcreme mit einem ­Lichtschutzfaktor abgestimmt auf den ­individuellen Hauttyp. Das Angebot an Sonnenölen, Cremes, Gels und Aftersun-Präparaten ist riesig und für Laien kaum überschaubar. Die Werbung verspricht zwar: »Bräunen ohne Reue«! Doch darauf sollte niemand vertrauen, sondern sich ­lieber fachkundig beraten lassen.

Guter Rat aus der Apotheke

Ich verlasse mich da ganz auf die PTA in meiner Hausapotheke. Sie rät mir, mit einem hohen Faktor, am besten mit 30 zu beginnen. Ist die Haut etwas an die Sonne gewöhnt, könnte ich ein Präparat mit niedrigerem Lichtschutzfaktor verwenden. Auch eine gute Lotion zur Hautpflege nach dem Sonnenbad sei wichtig. Je nach Urlaubsland und Reisedauer stellt die PTA die geeigneten Sonnen- und Pflegeprodukte zusammen. Wegen ihrer praktischen Anwendbarkeit eignen sich die Sprays für Kinder und Sportler. Sie kombinieren angenehmen Duft und hohen Schutz mit guter Verträglichkeit. Für Allergiker und empfindliche Menschen gibt es in der Apotheke auch Produkte ohne Duft- und Farbstoffe. Immer häufiger werden daher auch bei den Sonnencremes Naturkosmetika nachgefragt. »Natürliche Inhaltsstoffe sind in wie nie«, sagt »meine« PTA. Das Angebot steigt daher auch bei den Naturkosmetikherstellern ständig. Wichtig für die Beratung sind auch die Hinweise hinsichtlich der Haltbarkeit von Cremes und Lotionen. »Sobald eine Sonnencreme angebrochen wurde, kann sie meist noch ein Jahr aufgehoben und im kommenden Sommer verwendet werden«, informiert sie mich. Da bisher noch ungeklärt ist, wie die UV-Filter langfristig in den Cremes reagieren, garantieren die Hersteller den versprochenen Schutz darüber hinaus nicht mehr.

Langanhaltend schöne Haut

Ausgiebige Bäder in Sonne und Meer strapazieren die Haut. Sie trocknet schnell aus, wird schuppig und fahl. Kurzes Duschen mit lauwarmen Wasser und Reinigen mit einem milden Syndet, gefolgt von einer gehaltvollen Creme oder Lotion mit Panthenol- und Glycerinzusatz halten die Haut geschmeidig und gesund. Aloe Vera und Hamamelisextrakt wirken entzündungshemmend. Viele Produkte enthalten zusätzlich Vitamin E, das als Radikalfänger dient.

Wer Hände und Lippen, vor allem aber die Füße beim Sonnenschutz vernachlässigt, bekommt die Folgen bald zu spüren. Niemand möchte wertvolle Ferientage hauptsächlich sitzend verbringen, weil die Füße zu sehr schmerzen. Ein Tipp: die Füße dick mit wasserfester Sonnenschutzcreme tagsüber schützen, das beugt Verbrennungen vor. Abends eine »Fußpackung« mit kühlendem Quark und anschließend ein Anti-Hornhaut-Balsam, regeneriert die strapazierte Fußhaut. Ab und zu Hand- oder Fußcreme extra dick auftragen, dünne Baumwollhandschuhe beziehungsweise Socken darüber ziehen und 30 Minuten (oder über Nacht) einwirken lassen.

Die sensiblen Lippen haben keine Hornschicht und besitzen daher keinen Sonnenschutz. Frühzeitig und mehrfach aufgetragen sorgt ein Lippenpflegestift mit hohem Lichtschutzfaktor für den besten Schutz. Das wissen auch alle, die ab und zu ein Lippenherpes plagt. Sie müssen im Sommer ihre Lippen besonders gut schützen, damit nicht plötzlich die unerwünschten Bläschen entstehen.

Gesunder Genuss

Wo viel Licht ist, ist bekanntlich auch Schatten. Angesichts der Zerstörung der Ozon-Schicht sind die Menschen immer mehr UV-Strahlen ausgesetzt. Damit haben auch die Hautkrebserkrankungen rasant zugenommen. Irreparable Hautschäden wie frühzeitige Falten und Hauttumore sind die Folge zu häufiger und intensiver Sonnenbestrahlung.

»Weniger ist mehr«, sage ich zu meiner Freundin daher und verabrede mich mit ihr zum Plauschen unter einem Schirm im Café. Zum Eis oder einem Erfrischungsgetränk finden wir dort Muße und die ausreichende Lichtdosis in einem. Denn weitgehend gefahrlos bräunen all jene, die es sich im Schatten gemütlich machen. Zehn bis fünfzehn Minuten täglich reichen bereits aus, um die wichtige Vitamin-D-Produktion des Körpers, für den Knochen- und Muskulaturaufbau, anzukurbeln.

Sonne bedeutet Leben, sie gibt Kraft und weckt die Lebensgeister. Mit der richtigen Dosis und guter Pflege bräunt die Haut langsam und bekommt die leichte Tönung, die für viele zum Sommer einfach dazugehört. /

E-Mail-Adresse der Verfasserin

blaubehr(at)gmx.net