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Vorsicht vor Masern auf Sommerfesten

22.07.2011  17:11 Uhr

PTA-Forum / Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt vor der weiteren Ausbreitung von Masern durch sommerliche Massenveranstaltungen wie Musikfestivals und Sportereignissen. Wie das Europa-Hauptquartier der WHO am 19. Juli in Kopenhagen bekanntgab, wurden von Januar bis Mai aus 38 Ländern 12 000 Erkrankungen gemeldet. Um einer weiteren Ausbreitung und künftigen Ausbrüchen vorzubeugen, seien umfassende Impfungen gefährdeter Bevölkerungsgruppen nötig.

»Die Menschen unterschätzen oft die Risiken bei Masern«, sagte die europäische WHO-Chefin Zsuzsanna Jakab. Masern sind hoch ansteckend. Nach Einschätzung von Experten erkranken mit ziemlicher Sicherheit 99 von 100 Menschen, wenn sie mit dem Masern-Virus in Kontakt kamen. Durch die konsequente Schutzimpfung sind in 13 afrikanischen Staaten Masern fast oder ganz ausgerottet. In Deutschland sieht die Situation anders aus. Hierzulande flammt die Erkrankung immer wieder neu auf. So wurden alleine im ersten Quartal dieses Jahres bundesweit 390 Masern-Erkrankungen bekannt, und für die Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg war von mehr als 800 Fällen in der ersten Jahreshälfte die Rede.

Besonders gefährdet sind Kleinkinder von ein bis vier Jahren sowie junge Erwachsene von 15 bis 29 Jahren. Daher rät die WHO, vor der Teilnahme an Massenveranstaltungen seinen Impfschutz gegen Masern überprüfen zu lassen und diesen – falls nötig – nachzuholen. So würde auch ein »Export oder Import in andere Länder« verhindert. 99 Prozent der zweifach Geimpften seien gegen die Krankheit völlig immun, informiert die WHO weiter.

Die Krankheit kann zu schweren Komplikationen einschließlich Lungenentzündung und Hirnhautentzündung führen. Im Jahr 2010 und in der ersten Hälfte von 2011 sind fünf Todesfälle aus europäischen Ländern durch Masern gemeldet worden. /

Quelle: dpa