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Die Menschen essen sich zu Tode

26.05.2014  16:25 Uhr

Von Annette van Gessel / Während in zahlreichen Ländern immer noch große Teile der Bevölkerung hungern oder unterernährt sind, essen Menschen in Industrieländern zu viel und ernähren sich zu ungesund, warnt die WHO. Daher will die Weltgesundheitsorganisation nun stärker gegen Adipositas bei Kindern vorgehen.

Nach Ansicht von UN-Experten wird schlechte Ernährung zu einem immer größeren Gesundheitsrisiko für viele Menschen. »Ein Teil der Welt isst sich im wahrsten Sinne des Wortes zu Tode«, warnte die Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Margaret Chan, am 19. Mai in Genf auf der Eröffnung der 67. Weltgesundheitsversammlung. Die Folgekrankheiten verursachten außerdem enorme Behandlungskosten.

Immer noch enthielten Fertignahrung und Getränke viel zu viel Zucker und seien zu billig, kritisierte die WHO-Chefin. Besorgniserregend findet sie vor allem die Zunahme von Adipositas bei Kindern. Chan gab die Gründung einer Sonderkommission zur Bekämpfung von Fettsucht bei Kindern bekannt. Die Experten sollten bis Anfang 2015 Empfehlungen vorlegen.

Der UN-Sonderbeauftragte für das Recht auf Nahrung, Olivier De Schutter, ergänzte, ungesunde Ernährung sei mittlerweile eine noch größere Gefahr für die Gesundheit als das Rauchen. Er plädierte für ein internationales Abkommen zur Bekämpfung potenziell krankmachender Lebensmittel und Essgewohnheiten. Nötig sei eine »globale Konvention zum Schutz und zur Förderung gesunder Ernährung«.

Das höchste Gremium der Welt­gesundheitsorganisation berät bis zum 24. Mai unter anderem über Maßnahmen gegen die Ausbreitung nicht übertragbarer Krankheiten wie Diabetes, Krebs, kardiovaskuläre Erkrankungen und Adipositas, die bekanntlich unter anderem durch ungesunde Ernährung begünstigt oder gar hervorgerufen werden. Die ungesunden Essgewohnheiten müssten genauso energisch bekämpft werden wie der Nikotinmissbrauch, sagte De Schutter. /

Quelle: dpa