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Zittern kann verschiedene Ursache haben

26.05.2014  16:25 Uhr

Von Annette Immel-Sehr / Viele Menschen bringen Zittern mit der Parkinson-­Erkrankung in Verbindung. Wesentlich häufiger verursacht jedoch ein sogenannter essenzieller Tremor das Zittern.

Bei dieser Erkrankung beginnt das Zittern meist an den Händen, manchmal sind auch die Beine und die Stimme betroffen. »Tremor« ist der medizinische Ausdruck für Zittern. Von »essenziell« sprechen Mediziner, wenn die Ursache eines Symptoms bislang noch nicht vollständig aufgeklärt werden konnte. Der essenzielle Tremor ist eine verhältnismäßig harmlose Erkrankung. Er kann die Betroffenen jedoch stark beeinträchtigen, zum Beispiel bei Tätigkeiten, die Fingergeschick erfordern.

Die Erkrankung beginnt meist ab dem 50. Lebensjahr, mitunter aber auch schon im Jugendalter. Schätzungsweise 5 Prozent der Über-65-Jährigen sind davon betroffen.

Zudem tritt Zittern auch im Rahmen verschiedener Erkrankungen auf, beispielsweise bei Multipler Sklerose, Epilepsie, Polyneuropathie oder einer Überfunktion der Schilddrüse. Ebenso kann es Zeichen einer Unterzuckerung sein oder eine unerwünschte Arzneimittelwirkung. Menschen, die ein Zittern ihrer Hände bemerken, sollten einen Arzt aufsuchen. »Zur Bestimmung der Ursache von Zittern ist unter anderem entscheidend, welche Frequenz die Zitterbewegung hat, das heißt wie oft sie pro Sekunde erfolgt. Ebenso spielt es eine Rolle, wann sie auftritt, zum Beispiel in Ruhe, in der Bewegung oder beim Halten«, berichtet Dr. Curt Beil vom Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN). »Beim essenziellen Tremor kommt es typischerweise zu sechs bis zwölf Zitterbewegungen pro Sekunde – besonders häufig beim Vorstrecken der Hände und dem Halten von Gegenständen. Das Zittern bei einer Parkinson-Erkrankung hat hingegen meist eine Frequenz von 4 bis 6 und tritt in Ruhe am stärksten auf. Zudem sind beim essenziellen Tremor meist beide Hände beziehungsweise Beine betroffen, wohingegen der Tremor bei einer Parkinson-Erkrankung in der Regel einseitig beginnt.« /

Quelle: Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN)