PTA-Forum online

Keine Selbstmedikation bei AMD

13.04.2015  12:25 Uhr

Von Elke Wolf / Nahrungsergänzungsmittel können das Fortschreiten einer altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) in bestimmten Fällen verzögern.

Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) warnt in einer Stellungnahme jedoch davor, solche Vitalstoffe in Eigenregie zu schlucken. Sie empfiehlt dagegen, die Nährstoffe nur in ausgewählten Stadien unter Anleitung eines Arztes einzunehmen.

Das Voranschreiten einer AMD lässt sich durch die regelmäßige Einnahme einer Kombination aus den Vitaminen C und E, Betacaroten, Zink- und Kupferoxid in bestimmten Stadien bremsen. Die Sehkraft kann so länger erhalten werden. Darauf weisen US-amerikanische Untersuchungen hin. »Doch dieser positive Effekt betrifft die Entwicklung hin zu einer feuchten Form der Erkrankung, wenn bestimmte Vor­aussetzungen bei den Makula-Erkrankungen erfüllt werden, die nur der Augenarzt feststellen kann«, schränkt Professor Dr. Frank Holz, Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn und DOG-Vorstandsmitglied, ein. »Keineswegs ist die Einnahme für alle Stadien der AMD sinnvoll.« Die Vitalstoff-Kombination sei also nicht zur allgemeinen Vor­beugung zu empfehlen. Besondere Vorsicht gilt zum Beispiel für Raucher, da die zusätzliche Einnahme von Betacaroten nachgewiesenermaßen das Lungenkrebsrisiko erhöht. Zum Schutz vor einer AMD, sei es sinnvoller, nicht zu rauchen und sich ausgewogen zu ernähren, teilt die DGO mit.

Unter einer AMD leiden rund 4,5 Millionen Deutsche, damit ist sie die häufigste Erblindungsursache in den Industrienationen. Bei der feuchten Form wachsen Blutgefäße unkontrolliert in den Bereich des schärfsten Sehens auf der Netzhaut des Auges ein und zerstören unbehandelt diese sogenannte Makula. Bei der trockenen Spätform sterben Sehzellen direkt ab. Die altersbedingten Schäden beeinträchtigen den Sehvorgang massiv, viele Betroffene erblinden im späten Stadium nahezu vollständig.

Quelle: Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft