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US-Apotheker wollen keine Giftspritzen herstellen

13.04.2015  12:25 Uhr

Von Daniela Hüttemann / Apotheker sollen keine Rezepturen für die Exekution von Häftlingen in US-Gefängnissen herstellen. Dazu forderte der Berufsverband American Pharmacists Association (APhA) alle Apotheker auf.

Die Beteiligung an Exekutionen stehe der Rolle des Apothekers als Gesundheitsversorger fundamental entgegen, hieß es. Der APhA hat bei seiner Jahrestagung vergangene Woche in San Diego eine entsprechende Richtlinie verabschiedet.

Zudem solle man Substanzen, die für tödliche Injektionen gebraucht werden, nicht als Medikament (Drug) bezeichnen. Auch die International Academy of Compounding Pharmacists (IACP) als Verband herstellender Apotheker hatte sich eine Woche zuvor entsprechend positioniert. Zwar habe jeder einzelne Pharmazeut das Recht, nach den eigenen persönlichen, ethischen und religiösen Ansichten zu dispensieren, hatte der IACP erklärt. Der Verband hatte seinen rund 4000 Mitgliedern jedoch von der Teilnahme an der Herstellung, Abgabe oder Lieferung von Rezepturen für die Ausführung der Todesstrafe abgeraten.

In den USA war es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Verzögerungen angeordneter Hinrichtungen gekommen, da sich Pharmafirmen aus ethischen und vermutlich auch Imagegründen geweigert hatten, Präparate zu Exekutionszwecken zu liefern. Einem Bericht der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« zufolge ließen sich US-Bundesstaaten wie South Dakota, Pennsylvania und Colorado daher Giftspritzen mit Thiopental oder Pentobarbital in Apotheken auf der Basis von Rezepturen herstellen.

Gegen einige der herstellenden Apotheken war laut einem NBC-Bericht protestiert worden, diese entschieden daraufhin, Gefängnisse nicht mehr zu beliefern. Kritiker zweifelten die Qualität der hergestellten Parenteralia an, die das Leiden der betroffenen Häftlinge angeblich verstärken könnten. Belege dafür liefert NBC allerdings nicht. /