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Erbse in der Nase

25.04.2016  09:34 Uhr

Von Annette Immel-Sehr / Berichten beunruhigte Eltern in der Apotheke darüber, dass ihr Kind aus einem Nasenloch blutet, sollten PTA und Apotheker da­ran denken, dass ein Fremdkörper in der Nase die Ursache sein könnte. Besteht ein solcher Verdacht, sollte das Kind alsbald einem HNO-Arzt vorgestellt werden. Darauf hat der Deutsche Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte hingewiesen.

»Neugierige Babys und Kleinkinder stecken sich manchmal beispielsweise eine Nuss, Erbse oder Perle in die Nase. Gerät dieser Fremdkörper tiefer in die Nasenhaupthöhle, kann er zu einer behinderten Nasenatmung, eitrigem Schnupfen oder bei verletzter Schleimhaut zu Nasenbluten führen. Auch sind öfter kleine Gefäßverletzungen um die betroffene Nasenöffnung he­rum zu erkennen.

Tritt eines dieser Symptome auf, sollten Eltern oder andere Aufsichtspersonen sofort einen HNO-Arzt aufsuchen. Wichtiges Indiz ist, dass die Beschwerden in der Regel nur eine Nasenseite betreffen«, erklärt Dr. Wolfgang Hornberger vom Berufsverband der HNO-Ärzte. In der Regel kann ein HNO-Arzt den Fremdkörper rasch und unkompliziert unter lokaler Betäubung aus dem Naseninneren herausholen.

»Besonders unangenehm sind neben spitzen Gegenständen auch Hülsenfrüchte, da sie in der Nase aufquellen können und die Beschwerden verstärken sowie die Entfernung erschweren können«, warnt der niedergelassene HNO-Arzt aus Sulzbach/Saarbrücken. »Aber nur in wenigen Fällen, beispielsweise wenn der Fremdkörper sehr tief eingedrungen ist, bedarf es einer Vollnarkose.« Die beste Vorbeugung sei, kleinteiliges Spielzeug und Nahrungsmittel wie Nüsse, Erbsen und Bohnen nicht unbeobachtet in Kleinkind-Nähe aufzubewahren, empfiehlt der Experte. /