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Zwei Millionen Deutsche nierenkrank

25.04.2016
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Von Annette Immel-Sehr / Eine aktuelle Studie hat erstmals Daten zur Häufigkeit chronischer Nierenerkrankungen in Deutschland geliefert.

»Unsere Studie hat ergeben, dass mindestens zwei Millionen Menschen in Deutschland eine chronische Nierenkrankheit mit einer eingeschränkten Nierenfunktion aufweisen«, berichtet der Projektleiter der Studie, Professor Dr. Matthias Girndt vom Universitätsklinikum Halle/Saale. Bislang war lediglich die Zahl der dialysepflichtigen Menschen in Deutschland bekannt gewesen.

Auf einer Pressekonferenz im Rahmen der Fachkonferenz Medica Education Conference im April in Mannheim erläuterte er die Studienergebnisse. »Die chronische Nierenkrankheit verläuft in ihren frühen Stadien ohne Symptome und Schmerzen. Unsere Studie hat ergeben, dass zwei Drittel der Betroffenen von ihrer Nierenerkrankung nichts wussten.« Das sei erschreckend, denn ohne eine Behandlung kann sich die Schädigung ausweiten und schließlich zum Nierenversagen führen.

»In Anbetracht der Zahlen ist es enorm wichtig, Aufklärungs- und Präventionsarbeit zu leisten – um gesunde Nieren zu schützen und bereits bestehende Erkrankungen am Fortschreiten zu hindern«, betonte Girndt. Insbesondere Diabetiker und Menschen mit Bluthochdruck seien gefährdet, diese Erkrankungen verdoppeln beziehungsweise verdreifachen laut Studie das Risiko für eine chronische Nierenkrankheit. Für die Untersuchung hatten die Autoren die Ergebnisse der bundesweiten »Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland 2008 bis 2011 (DESG1)« ausgewertet und neben den dort einbezogenen Probanden im Alter von 18 bis 79 Jahren auch Schätzungen zu Menschen mit 80 Jahren und älter getroffen. /