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OTC-Beratungscheck

Folsäure

25.04.2017
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Kontraindikationen, Neben- und Wechselwirkungen: OTC-Arzneimittel sind nicht weniger beratungsintensiv als verschreibungspflichtige. In der Serie »OTC-Beratungscheck« fasst PTA-Forum die wichtigsten Hinweise zu einem ausgewählten OTC-Präparat für die Beratung übersichtlich zusammen. In dieser Ausgabe: Folsäure.

Arzneistoffgruppe:

Vitamine

Präparate:

Tabletten: zum Beispiel Folsan®, Dreisafol® Injektionslösung: zum Beispiel Folsäure Injektopas®, Folsäure Hevert® Injektionslösung Kombinationspräparate: zum Beispiel in Folio®, Femibion®, Elevit® , Ferro sanol® gyn, Orthomol natal®

Indikation:

Prophylaxe/ Therapie von Folsäuremangelzuständen; Prävention von Neuralrohrdefekten beim ungeborenen Kind

Dosierung/Anwendung:

Prophylaxe von Mangelzuständen: 0,4 bis 0,8 mg/d

Therapie von Mangelzuständen: 5 bis 15 mg/d

Prävention von Neuralrohrdefekten in der Schwangerschaft: 0,4 mg/d ab Kinderwunsch sowie in den ersten 12 Schwangerschaftswochen; oft werden in den ersten 12 Schwanger- schaftswochen 0,8 mg/d, danach 0,4 mg/d gegeben.

Tabletten unzerkaut zu den Mahlzeiten mit etwas Flüssigkeit einnehmen. Wichtig: Patienten, die mit Methotrexat behandelt werden, sollten zusätzlich Folsäure einnehmen.

Kontraindikationen/Warnhinweise:

Folsäure ruft einen Retikulozyten-Anstieg hervor, das kann einen Vitamin-B12-Mangel maskieren.

Vor der Therapie einer Megaloblastenanämie muss sichergestellt werden, dass diese nicht auf einem Vitamin­-B12-Mangel beruht.

Nebenwirkungen:

Nach sehr hohen Dosen: selten Schlafstörungen, Erregung, Depressionen sowie gastrointestinale Störungen

Wechselwirkungen:

Folsäure kann die Blutspiegel von Antikonvulsiva senken und so die Krampfbereitschaft erhöhen.

Bei Gabe hoher Dosen können sich Folsäure und Folsäureantagonisten (z.B. Trimethoprim, Proguanil, Pyrimethamin, Methotrexat) gegenseitig in ihrer Wirkung hemmen.

Hohe Folsäuredosen in Kombination mit Fluorouracil beziehungsweise oralen Fluoropyrimidinen wie Capecitabin: Wirkverstärkung und damit erhöhte Toxizität von Fluorouracil, Capecitabin möglich -> schwere Durchfälle

Chloramphenicol kann Ansprechen auf Folsäure- Behandlung verhindern

Schwangerschaft/Stillzeit:

Keine Hinweise auf Schädigungen des Embryos oder Fetus, Schutz vor Neuralrohrdefekten

Die Dosis von 5 mg/d soll in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht überschritten werden.

Hinweis: Der Beratungscheck zeigt eine Auswahl an Arzneimittel­informationen. Es besteht kein Anspruch auf Voll­ständigkeit. ­Weiterführende Informationen finden Sie unter anderem in den entsprechenden Fachinformationen, der Roten­ Liste sowie auf www.embryotox.de

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