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Interview

Kolleginnen bei der Lösung von Problemen helfen

10.10.2007
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Interview

Kolleginnen bei der Lösung von Problemen helfen

PTA-Forum / Jenny Berger arbeitet seit einem halben Jahr bei der Caesar & Loretz GmbH in Hilden/Rheinland. Die gelernte PTA beantwortet innerhalb des Unternehmens unter anderem Fragen von Kolleginnen oder Apothekern, die während der Herstellung einer Rezeptur Probleme bekommen haben. In einem Interview schildert die PTA, wie sich ihr Arbeitstag gestaltet.

PTA-Forum:Bitte schildern Sie kurz Ihren beruflichen Werdegang.
Berger: Nach meinem Realschulabschluss 1998 in Berlin waren die Plätze an den PTA-Lehranstalten beliebt und dementsprechend knapp. Also entschied ich mich zunächst für den Beruf der Pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten. Nach einem Jahr bot sich mir die Möglichkeit, einen Platz an der PTA-Lehranstalt in Duisburg zu bekommen. Diese habe ich dann auch sofort genutzt. Schon während meiner PTA-Ausbildung habe ich darauf geachtet, in möglichst viele Apotheken Einblick zu erhalten, unter anderem auch in eine moderne Krankenhausapotheke. Nach meinem PTA-Examen blieb ich in Nordrhein-Westfalen und wohnte seitdem im Kreis Euskirchen, in der Nähe von Bonn. Hier habe ich über vier Jahre in einer gut besuchten öffentlichen Apotheke gearbeitet.

PTA-Forum:Seit wann arbeiten Sie bei Caelo und wie kamen Sie auf die Idee?
Berger: Aufgrund von internen Umstrukturierungen in der Apotheke habe ich die Möglichkeit bekommen, mich beruflich umzuorientieren. Schon während meiner Ausbildung hatte ich mit dem Gedanken gespielt, in die pharmazeutische Industrie zu gehen. Also nutzte ich die Gelegenheit und erkundigte mich nach Firmen in meiner Umgebung. Da ich mich gerne an unsere Betriebsbesichtigung bei Caelo während meiner Schulzeit erinnerte und mir Caelo aus meiner täglichen Arbeit gut bekannt war, stellte ich mich dort vor. Glücklicherweise war ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Nun bin ich schon seit einem halben Jahr mit von der Partie.

PTA-Forum:Wie sieht Ihr Berufsalltag aus?
Berger: Zwischen 7 und 9 Uhr kann ich mit der Arbeit beginnen. Zunächst sehe ich die E-Mails durch. Ich helfe PTAs und Apothekern bei Fragen zu Rezepturen, die sie entweder über das Internet, per Fax oder am Telefon stellen. Mit Hilfe umfangreicher Literatur und durch Internet-Recherche sowie dank der kompetenten Hilfe aus unseren hauseigenen Labors komme ich den meisten Fehlern auf die Schliche. Ich unterstütze außerdem die Marketingabteilung durch mein Fachwissen und meine Apothekenerfahrung.

Regelmäßig setzen wir uns mit der Herstellungs- und Laborleitung zusammen, um neue Ideen zu diskutieren und ins Programm aufzunehmen. Die ein oder andere Umfrage zu speziellen Apothekenthemen gehört auch zu meinen Aufgaben. Außentermine kommen ebenfalls nicht zu kurz. So bin ich zum Beispiel häufig bei Seminaren, die von Caelo veranstaltet werden, dabei.

Im Moment habe ich viel Arbeit mit der Vorbereitung der Expopharm in Düsseldorf, auf der wir an unserem Messestand auch eine kleine Überraschung für die Messebesucher bereit halten. Nebenbei melde ich unsere Produkte bei der ABDATA an und sorge für den neuesten Stand der Daten. Ein normaler Arbeitstag endet gegen 16 Uhr 30.

PTA-Forum:Was ist nach Ihrer Meinung der Hauptunterschied zur Tätigkeit in der öffentlichen Apotheke?
Berger: In der Apotheke hatte ich viel mehr Kontakt zu Endverbrauchern, heute habe ich überwiegend mit pharmazeutischem Personal zu tun. Die Schwerpunkte meiner Beratung liegen auch nicht bei den Fertigarzneimitteln und Krankheiten, sondern beziehen sich auf Ausgangssubstanzen. Ein weiterer Aspekt ist, dass ich mir die Arbeitszeiten im Büro selbst einteilen kann. Und mir tun abends nicht mehr die Beine weh.

PTA-Forum:Was macht Ihnen bei Ihrer jetzigen Tätigkeit die meiste Freude?
Berger: Am meisten Spaß habe ich bei der Lösung kniffliger Rezepturprobleme, denn ich gehe gerne Fehlern auf den Grund. So kann ich mit meiner Arbeit ratlosen PTAs oder Apothekern helfen. Auch die Außentermine bereiten mir Freude. Dabei lerne ich viele Menschen kennen und kann so neue Eindrücke und Ideen sammeln.

PTA-Forum:Wie haben Sie persönlich von Ihrem Wechsel in die pharmazeutische Industrie profitiert?
Berger: Ich habe einen ganz anderen Blickwinkel auf die Situation der Apotheken gewonnen. In der Apotheke wusste ich nie, was in Zukunft auf mich zukommen wird. Ist mein Arbeitsplatz sicher? Wie müssen wir uns verändern, um mithalten zu können? Jetzt habe ich eine klarere Sicht auf die Dinge.

PTA-Forum:Was empfinden Sie als besondere Herausforderung?
Berger: So vielen Apotheken wie möglich zu helfen. Vor allem sie in der Rezeptur zu stärken. Denn diese ist nicht lästig. Im Gegenteil, dadurch kann sich die Apotheke profilieren und Kompetenz beweisen. Mit der Übung kommt die Sicherheit, und mit der Sicherheit kommt die Zügigkeit. Das wiederum bringt effizientes und rationelles Arbeiten mit sich.

PTA-Forum:Welchen Rat würden Sie Berufsanfängerinnen geben?
Berger: Ich würde allen raten, schon während der Ausbildung alle Weiterbildungsmöglichkeiten wahr zu nehmen, Messen, Seminare oder Praktika in unterschiedlichen Apotheken und, wenn möglich, auch bei Firmen. So bekommt man einen guten Einblick in mögliche Arbeitsfelder. Auch wenn die Ausbildung beendet ist, muss man sich immer weiter bemühen, am Ball zu bleiben. Es kommen nicht nur jede Woche neue Medikamente auf den Markt, auch sorgt die Politik für stete Überraschungen, auf die man reagieren muss. Niemand sollte sich scheuen, frischen Wind in die Apotheke zu bringen, denn das ist heute wichtiger denn je!

PTA-Forum:Würden Sie sich noch einmal für den PTA-Beruf entscheiden, wenn Sie vor der Wahl stünden?
Berger: Ja, das würde ich mit Sicherheit.

Das Unternehmen Caesar & Loretz

Caesar & Loretz ist PTAs und Apothekern eher unter dem Namen Caelo bekannt. Caelo bietet Apotheken ein umfangreiches Sortiment an verschiedenen Produkten zur Herstellung und Abfüllung von Individual-Rezepturen. Die Firma besteht seit mehr als 100 Jahren, befindet sich seit über 40 Jahren im Familienbesitz und beschäftigt an beiden Standorten Hilden und Bonn über 240 Mitarbeiter.