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Profilierung

Sportler als Zielgruppe

22.09.2009  10:31 Uhr

Profilierung

Sportler als Zielgruppe

PTA-Forum / Um im Wettbewerb besser zu bestehen, profilieren sich viele Apotheken auf Spezialgebieten. Welche Zielgruppe sie dabei ins Auge fassen, entscheiden sie auch anhand ihrer persönlichen Interessen und vor allem der Kundenstruktur. Eine interessante Zielgruppe sind die Sportler und all diejenigen, die es werden wollen.

Das Thema Sport zur Profilierung auszuwählen, bietet sich für Apotheken an. Nach neuesten Zahlen sind 41 Prozent der deutschen Bevölkerung im Breitensport aktiv. Der Deutsche Olympische Sportbund berichtet, dass 2006 fast 34 Millionen Menschen in Deutschland in Vereinen oder im Betrieb Sport trieben. Darüber hinaus gibt es etwa 15 Millionen aktive Läufer, die nicht in Vereinen organisiert sind. Die vier beliebtesten Sportarten der Deutschen sind Fußball, Laufen, Radfahren und Schwimmen. Selbst ehemalige Leistungssportarten wie Marathon haben sich mittlerweile zum Breitensport entwickelt: So melden sich für die Marathonläufe in deutschen Großstädten inzwischen Massen an Teilnehmern an. 

Ist die Entscheidung gefallen, sich als Sportler-Apotheke zu qualifizieren, muss sich das Apothekenteam in das Spezialgebiet sorgfältig einarbeiten, denn die Zielgruppe erwartet sachkundige und seriöse Beratung. Außerdem ist eine besonders gute Voraussetzung, wenn PTA und Apotheker selbst Sport treiben oder sogar Mitglied in einem Sportverein sind. Aus eigener Erfahrung heraus lässt es sich oft leichter und glaubwürdiger beraten. Doch ist einmal das Hintergrundwissen erworben, merkt das Team schnell: Das positive Image des Sports überträgt sich auf die gesamte Atmosphäre in der Apotheke. Sport verstehen die meisten Menschen als Synonym für Gesundheit und Fitness.

Grundsätzlich richtet sich das Angebot einer Sportler-Apotheke an zwei Zielgruppen aus. Zum einen besuchen Menschen die Apotheke, die bereits aus Überzeugung Sport treiben. Erfahrungsgemäß benötigen Hobbysportler Arzneimittel gegen Verletzungen oder Prellungen. Profisportler hingegen kommen seltener vorbei, denn sie werden durch ihre Trainer und Sportmediziner intensiv betreut. Die zweite Gruppe an Kunden aber hat sich schon seit langem vorgenommen, aktiv zu werden, ihren Vorsatz jedoch noch nicht in die Tat umgesetzt. Zu dieser Personengruppe gehören auch die Patienten, die auf den Rat ihres Arztes dringend Sport treiben sollen. Welche Sportart können PTA und Apotheker ihnen empfehlen?

Gute Tipps für Neulinge 

Grundsätzlich muss die Sportart den Betroffenen Spaß machen, damit sie auch längerfristig bei der Stange bleiben. PTA oder Apotheker sollten die Vor- und Nachteile verschiedener Sportarten kennen, wenn sie den Kunden bei seiner Entscheidung unterstützen wollen. Leidet der Kunde an einer bestehenden Grunderkrankung, ist meist ein mäßig anstrengendes, dafür aber regelmäßiges Sportprogramm sinnvoll. Zum Beispiel eignet sich Schwimmen besonders für Übergewichtige. Der Auftrieb im Wasser reduziert das Körpergewicht auf nur ein Siebtel. Auch für Schwangere, Senioren, Asthmatiker und Menschen während einer Rehabilitationsphase nach einer Verletzung ist Schwimmen eine gut geeignete Sportart. Denn Schwimmen schont die Gelenke und entlastet die Wirbelsäule.

Für Hirn, Herz und Abwehr

Eine Sportler-Apotheke muss nicht von Beginn an zu allen Themengebieten den Kunden Angebote unterbreiten. Zunächst kann sich das Apothekenteam auf einzelne Bereiche spezialisieren, zum Beispiel Ernährung, Substitution, Supplementierung, Prävention und Therapie von Sportverletzungen, Hautpflege sowie Leistungsoptimierung. Weitere Service-Angebote könnten sein: Screening-Tests, Informationsabende, Expertenbesuche, die Zusammenarbeit mit Sportärzten oder die Beteiligung von PTA oder Apotheker an Sporttreffs und Sportaktivitäten.

Regelmäßige sportliche Betätigung hat so viele positive Effekte, dass sich daraus immer wieder neue Fachthemen bis hin zu Anlässen für Aktionen ergeben. So beeinflusst Sport beispielsweise 

  • das Gehirn und die neuronalen Vernetzungen, 
  • das Herz und den Blutkreislauf, 
  • die Lunge,
  • die Muskulatur,
  • den Bewegungsapparat und 
  • das Immunsystem. 

Wer Sport treibt, regt nicht nur die Durchblutung des gesamten Körpers an, auch das Gehirn erhält mehr Sauerstoff. Hirnforscher haben festgestellt, dass sich durch Sport sogar neue Verknüpfungen von Neuronen ausbilden. Und nicht zu vergessen: Sport wirkt sich auch positiv auf die Psyche aus. Sportliche Betätigung, vor allem in Teamsportarten, baut das Selbstwertgefühl psychisch oder psychosomatisch Kranker auf. Allerdings kann Sport die Arzneitherapie nie ersetzen.

Bewegung senkt langfristig den Blutdruck und Ruhepuls. Liegen Stoffwechselwerte außerhalb des Normbereichs, zum Beispiel die Werte der Blutfette, der Blutdruck oder der Blutzucker, normalisieren sie sich durch regelmäßige Bewegung. Körperliche Bewegung bessert sämtliche Risikofaktoren für Arteriosklerose und hält das Fortschreiten dieser Erkrankung auf. Damit die Patienten sich nicht überfordern, sollte allerdings im Vorfeld ein Arzt mit einem Belastungs-EKG die persönliche Leistungsgrenze festlegen. Für KHK-Patienten eignen sich besonders Ausdauersportarten wie Laufen, Nordic Walking, Radfahren oder Schwimmen.

In Bewegung kommen und in Bewegung bleiben ist gut für die Gelenke und daher bei den meisten schmerzhaften Rücken- und Gelenkerkrankungen sehr wichtig. Auch die Muskeln erbringen durch regelmäßige Bewegung eine immer bessere Leistung, ebenso steigert sich die Kapazität der Lunge. Von regelmäßiger sportlicher Betätigung profitiert langfristig sogar das Immunsystem. Falls sich im Beratungsgespräch die Gelegenheit ergibt, können PTA oder Apotheker die genannten Aspekte noch einmal besonders hervorheben.

Höher, schneller, weiter

Nicht nur Profisportler möchten ihre Leistung ständig verbessern, auch Freizeitsportler interessieren sich für entsprechende Präparate. Allerdings verwechseln Laien häufig die Begriffe Substitution und Supplementierung. Unter Substitution versteht man den Ausgleich eines bestehenden Mangels – von der »Nudelparty« der Marathonläufer gegen Kohlenhydratmangel bis hin zur spezifischen Ergänzung von Mineralstoffen, zum Beispiel aufgrund eines Eisen- oder Zinkmangels. Die Supplementierung hingegen geht über den eigentlichen Bedarf hinaus. Damit wird mehr von einem bestimmten Nährstoff zugeführt, als für den Ausgleich eines Mangels nötig wäre. Dies ist aber im Gegensatz zum Doping eine legale Beeinflussung zur Optimierung der Leistungsfähigkeit.

Doping und Medikamentenmissbrauch sind längst nicht mehr ein ausschließliches Problem des Spitzensports: Experten nehmen an, dass in Deutschland rund 200 000 Freizeitsportler regelmäßig unerlaubte leistungsfördernde Substanzen wie Anabolika oder Muskel aufbauende Wachstumshormone konsumieren, trotz der erheblichen, damit verbundenen Gesundheitsrisiken. In Gesprächen darüber sollten PTA oder Apotheker unbedingt erklären, welche Methoden zur Leistungssteigerung illegal sind. Auf der Homepage der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) unter www.nada-bonn.de finden Interessierte aktuelle Listen zulässiger Medikamente zum kostenlosen -Down-load.

Erst gehetzt, dann verletzt

Nahrungsergänzungsmittel hingegen sind meist erlaubt und können manchmal durchaus sinnvoll sein, beispielsweise in Wettkampfphasen. Über den Schweiß verlieren Sportler beim harten Training viele wertvolle Mineralstoffe und Spurenelemente, sodass sich hier eine gezielte Substitution beziehungsweise Supplementierung anbietet. 

Nach der sportlichen Betätigung können Enzympräparate dafür sorgen, dass das Gewebe besser durchblutet wird. Dadurch werden Abbauprodukte schneller und effektiver abtransportiert. 

Neben der Prophylaxe chronischer Schäden ist auch die Behandlung akuter Verletzungen ein Thema für die Sportler-Apotheke. Apothekenkunden, die nach einem Präparat gegen Beschwerden durch schmerzende Prellungen, Blutergüsse oder Verstauchungen fragen, können PTA oder Apotheker zum Beispiel Bromelain-POS® empfehlen. Die abschwellende Wirkung dieses Emzympräparats ist klinisch belegt. Indem Schwellungen messbar zurückgehen, lassen auch die Schmerzen nach, und der Heilungsprozess wird beschleunigt.

Die Firma Ursapharm bietet interessierten Apotheken ein Komplettprogramm zur Sportler-Apotheke an. Dabei kann jede Apotheke aus dem Angebot die für sie passenden Bausteine auswählen. »Insgesamt konnten wir fast 500 Apotheken für dieses Spezialangebot gewinnen«, berichtet Dietmar Sorg, Außendienstmitarbeiter von Ursapharm, und ergänzt: »Unser Programm ist inzwischen so bekannt, dass mittlerweile die Apotheker auf uns zukommen.«

Eine Partnerapotheke der Ursapharm ist die Wiesel-Apotheke in Köln. »Mit einem Aktionstag möchten wir uns auch als Sportler-Apotheke etablieren«, erklärt Apotheker Simon Gosk. »Durch persönliche Ansprache und Flyer in unserer Kundenzeitung haben wir unsere Kunden auf den Aktionstag aufmerksam gemacht.« Außerdem nahm Gosk auch direkt Kontakt mit Sportstudios in der Umgebung der Apotheke auf, um dort die Aktion anzukündigen. 

Aktionen gestalten

Das ganze Apothekenteam hat sich intensiv auf den speziellen Tag vorbereitet, beispielsweise durch Fachlektüre. »Wir bieten an diesem Tag eine Probeverkostung des Frubiase Sports in Zusammenarbeit mit der Firma Ursapharm an«, so Gosk weiter. »Als Anreiz gewähren wir an diesem Tag einen besonderen Aktionspreis für dieses Produkt.« Das ganze Apothekenteam hat bereits Erfahrung mit ähnlichen Aktionstagen, zum Beispiel Cholesterol-Messungen in speziellen Herzwochen, Knochendichte-Messungen an Osteoporose-Aktionstagen, Venen-Checks sowie Hauttyp-Bestimmungen, berichtet der Apotheker. Umso leichter fällt es allen, gezielt Kunden anzusprechen.

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