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Homöopathika immer beliebter

28.09.2010  21:09 Uhr

Homöopathika immer beliebter

PTA-Forum / Was halten die deutschen Verbraucher von homöopathischen Arzneimitteln? Dieser Frage ging der Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller (BAH) nach und beauftragte im Jahr 2009 das Institut für Demoskopie Allensbach mit einer repräsentativen Umfrage. 92 Prozent der 1800 Befragten gab an, schon einmal von homöopathischen Arzneimitteln gehört zu haben. Vergleicht man die Zahlen mit einer westdeutschen Untersuchung aus dem Jahr 1975, so stieg der Bekanntheitsgrad: Damals wussten nur 76 Prozent, dass es homöopathische Heilmittel gibt.

Vor allem nimmt die Zahl der Menschen zu, die Homöopathika einnehmen: 57 Prozent der aktuell Befragten haben Erfahrung mit der Anwendung. Im Jahr 1970 gab es in Westdeutschland gerade mal 24 Prozent Anwender. Als stärkstes Argument für die homöopathischen Arzneimittel nennen die Verbraucher, dass diese kaum Nebenwirkungen aufweisen und besonders gut verträglich sind. Eine forsa-Umfrage im Juli 2010 ergab, dass 80 Prozent der Anwender homöopathischer Arzneimittel mit deren Wirksamkeit sehr zufrieden oder zufrieden sind und lediglich 16 Prozent wenig oder überhaupt nicht.

Wer entscheidet sich vor allem für diese alternative Therapierichtung? Die meisten Nutzer stammen aus der Altersgruppe der 30- bis 44-Jährigen und verdienen im Durchschnitt mehr als 2000 Euro monatlich. Zudem nehmen Frauen häufiger homöopathische Arzneimittel ein als Männer (64 zu 42 Prozent), Westdeutsche derzeit mehr als Ostdeutsche (57 zu 36 Prozent) und privat Versicherte mehr als gesetzlich Versicherte (64 zu 50 Prozent). Die meisten Anwender vertrauen bei der Auswahl des Arzneimittels auf die Empfehlung eines Bekannten (54 Prozent), des Arztes (37 Prozent) oder aus der Apotheke (31 Prozent).

Nach dem deutschen Arzneimittelgesetz sind Homöopathika apothekenpflichtig und dürfen daher nicht in Drogerie- oder Supermärkten verkauft werden. Daher steigt mit der Nachfrage auch ihre wirtschaftliche Bedeutung für die Apotheken. Der BAH nennt dazu Zahlen: In Deutschland wurden im Jahr 2008 für insgesamt 5,42 Milliarden Euro rezeptfreie Arzneimittel gekauft. Davon entfielen 7 Prozent, also etwa 399 Millionen Euro, auf Homöopathika. Nur ein Drittel davon gaben PTA oder Apotheker auf ärztliche Verordnung ab, zwei Drittel wurden im Rahmen der Selbstmedikation gekauft.