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24.09.2010  13:31 Uhr

Wie Fischöl wirken könnte

PTA-Forum / Die Hersteller von Fischöl-Präparaten versprechen den Anwendern ihrer Produkte alle möglichen Effekte. Den Ruf, gesundheitsfördernd zu sein, erlangten die Omega-3-Fettsäuren vor allem deshalb, weil sie in Versuchen mit Mäusen Entzündungen hemmten und antidiabetisch wirkten. 

Die zahlreichen Studien zu Fischölen werden nun durch neue Ergebnisse von Professor Dr. Jerrold M. Olefsky von der University of California in San Diego und seine Kollegen ergänzt. Das Forscherteam konnte bei fettleibigen Mäusen einen speziellen Rezeptor identifizieren, an dem Omega-3-Fettsäuren angreifen: den G-Protein-Rezeptor GPR120. Dieser befindet sich nur auf Makrophagen und nur im Fettgewebe. Die Wissenschaftler verabreichten den Mäusen hohe Dosen an Omega-3-Fettsäuren, um deren Effekte auf den Rezeptor zu untersuchen. Wenn die Fettsäuren den GPR 120 aktivierten, würden verschiedene Entzündungswege gehemmt, berichten die Forscher. Offenbar erhöhe sich aufgrund dieser Reaktion auch die Empfindlichkeit der Körperzellen für Insulin. Als sie in weiteren Versuchen den Rezeptor GPR120 »lahm« legten, blieben die Omega-3-Fettsäuren ohne Wirkung. 

Unklar sei jedoch, welche Dosis an Fischöl für den Menschen wirksam und sicher sei, so Olefsky. Bei manchen führe ein hoher Verzehr an Fischöl zu Blutungen und Schlaganfällen. Allerdings eröffne die Entdeckung des Rezeptors GPR 120 die Chance, neue Medikamente zu entwickeln.

Quelle: Cell

Beim Test auf PTA-Forum / Beim Diabetes-Screening sollte besser der HbA1c-Wert anstelle des Nüchternblutzuckers bestimmt werden. So lautet die gemeinsame Empfehlung der Deutschen Diabetes Gesellschaft, diabetesDE und des Kompetenznetzes Diabetes mellitus.

Der HbA1c-Wert habe den Vorteil, dass er mittels einer einzigen Blutprobe unabhängig von Tageszeit und Mahlzeiten bestimmt werden kann. Damit folgt Deutschland der Vorgehensweise in den USA. Die American Diabetes Association (ADA) veröffentlichte zum Jahresbeginn eine Überarbeitung der Praxisempfehlungen unter anderem zur Diagnostik des Diabetes mellitus. Eine Neuerung: Zur Diagnose und zur Identifizierung von Personen mit erhöhtem Diabetesrisiko soll in Zukunft das glykierte Hämoglobin A1c (HbA1c) herangezogen werden. Die WHO bereitet ebenfalls eine neue Empfehlung zur Definition, Diagnose und Klassifikation des Diabetes vor.

Bei einem HbA1c-Messwert von exakt oder mehr als 6,5 Prozent gilt die Diagnose Diabetes als sicher, liegt der Wert unter 5,7 Prozent kann Diabetes ausgeschlossen werden. Bei Patienten mit einem HbA1c-Wert von 5,7 bis 6,4 Prozent wird empfohlen, die Glukose mit herkömmlichen Methoden zu messen. 

Zwei Ausnahmen machen die Fachgesellschaften beim Screening: Bemerkt jemand bereits typische Diabetes-Symptome wie Gewichtsverlust, krankhafte Vermehrung der Harnmenge (Polyurie) und gesteigerten Durst (Polydipsie), sollte besser direkt der Wert für die Blutglukose gemessen werden, Das gilt auch, wenn Erkrankungen oder Lebensumstände bekannt sind, die den HbA1c-Wert leicht verfälschen, zum Beispiel ein Eisenmangel, Leber- und Nierenkrankheiten, aber auch eine Schwangerschaft.

Quelle: profi.diabetesde.org

Schlaganfall überholt Herzinfarkt

PTA-Forum / Trotz Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes, Vorhofflimmern oder Atherosklerose werden die Menschen in Deutschland immer älter. Mit dem Alter erhöhen vaskulären Risikofaktoren jedoch die Gefahr, einen Schlaganfall zu erleiden. Nach Berechnungen der Arbeitsgruppe Schlaganfall Hessen wird die Zahl der Betroffenen von derzeit jährlich 200 000 bis zum Jahr 2050 auf etwa 350 000 steigen, wenn der jetzige Trend anhält. Zugleich würde sich die Zahl der Patienten, die nach einem Schlaganfall zum Pflegefall werden, in den nächsten 40 Jahren verdoppeln, berichtet die Deutsche Gesellschaft für Neurologie. Bereits jetzt zeigen Studien, dass die Zahl der Schlaganfälle die der Herzinfarkte überholt hat. 

Neue Medikamente könnten zwar dazu beitragen, das Schlaganfallrisiko stark gefährdeter Patienten zu senken, so Professor Martin Grond aus Siegen. »Den größten Nutzen bringen aber Änderungen der Lebensweise wie mehr Bewegung, Rauchverzicht und gesunde Ernährung«, berichtet der Neurologe. So bewies erst kürzlich die Interstroke-Studie, dass insgesamt 80 Prozent der Schlaganfälle auf nur fünf Faktoren zurückzuführen sind: Hypertonie, Rauchen, Übergewicht, ungesunde Ernährung und zu wenig Bewegung. »Das zeigt eindeutig, dass wir nicht auf den Schlaganfall warten müssen, sondern selbst vieles dagegen tun können, um ihn abzuwenden«, folgert Grond.

Quelle: Ärzte-Zeitung-online