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Mehr Vitamin D für Schwangere

30.10.2013  08:45 Uhr

Von Annette Immel-Sehr / Schwangere in Deutschland sind nur unzureichend mit Vitamin D versorgt, so das Ergebnis einer Studie.

Das Team um Professor Dr. Clemens Kunz vom Institut für Ernährungswissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen fand bei 98 Prozent der untersuchten 261 Frauen in den Wintermonaten einen Vitamin-D-Status, der unterhalb der von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlenen Versorgung lag. Dass sogar im Sommer die Werte häufig zu niedrig waren, sollte Anlass für ein Umdenken sein.

Weil der Körper selbst den größten Teil des Vitamin D produziert – und zwar in der Haut unter Einfluss der UV-B-Strahlen aus dem Sonnenlicht, ist die Jahreszeit der wichtigste Einflussfaktor auf den Vitamin-D-Status. Die Vitamin-Menge, die über die Nahrung hinzukommt, ist vergleichsweise niedrig. Die DGE empfiehlt für eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung einen täglichen Aufenthalt im Freien von fünf bis 30 Minuten, damit die körpereigene Vitamin-D-Produktion in der Haut angeregt wird. Von Oktober bis März ist die Intensität der Sonneneinstrahlung in Deutschland jedoch oft zu gering, um ausreichend Vitamin D bilden zu können.

Viele Studien deuten auf einen Zusammenhang zwischen der Vitamin-D-Versorgung in der Schwangerschaft und dem Auftreten von Schwangerschaftskomplikationen hin: So ist beispielsweise bei Schwangeren mit einem schlechten Vitamin-D-Status das Risiko für Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Infektionen und Frühgeburten erhöht. Bei Neugeborenen gilt der Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Mangel und Lungenerkrankungen, einem ungenügenden Knochenaufbau und ebenfalls Diabetes mellitus als erwiesen.

Aufgrund der besorgniserregenden Daten plädieren die Gießener Wissenschaftler dafür, den Vitamin-D-Status im Rahmen der Schwangeren-Vorsorge­untersuchungen routinemäßig zu bestimmen. Wird dabei eine unzureichende Versorgung erkannt, sollten die Schwangeren Vitamin-D-haltige Präparate einnehmen. Aufgrund der Studienergebnisse empfiehlt Studienleiter Kunz Schwangeren in den Wintermonaten sogar generell die Einnahme solcher Präparate.

In den Beipackzetteln der Vitamin-D-Tabletten wird jedoch vor einer zu hohen Zufuhr in der Schwangerschaft gewarnt. »Ohne Änderung der Vorschriften ist ein besserer Vitamin-D-Status und damit ein geringeres Risiko für Schwangere und deren Kinder kaum zu erreichen«, so Kunz. Eine Überdosierung sei nicht zu befürchten: »Vitamin D ist nicht als solches wirksam. Die aktive Form wird vom Körper selbst in der Niere hergestellt – aber nur dann, wenn tatsächlich ein Bedarf besteht. Ist das nicht der Fall, dann bleibt Vitamin D inaktiv, wird im Körper abgebaut und wieder ausgeschieden.« /

Quelle: Universität Gießen