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Hämorrhoiden

Früher Arztbesuch kann Operation verhindern

09.05.2016
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Von Annette Immel-Sehr / Rund 70 Prozent aller Erwachsenen leiden im Laufe ihres Lebens an Hämorrhoidalbeschwerden. Doch trotz der unangenehmen und oft schmerzhaften Symptome suchen nur etwa 4 Prozent der Betroffenen einen Arzt auf.

Die Mehrheit der Patienten versucht – häufig aus Scham – ihre Beschwerden durch Hausmittel und Salben eigenständig zu beheben, so die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). 

Die Experten der DGVS empfehlen, schon bei ersten Anzeichen wie Juckreiz, Brennen und Schmerzen im Analbereich sowie Blut beim Stuhlgang oder am Toilettenpapier ihren Hausarzt oder einen Facharzt aufzusuchen. Denn zu diesem Zeitpunkt helfen in über 95 Prozent der Fälle noch konservative Behandlungsmethoden wie stuhlregulierende Medikamente, ausreichend Bewegung und ballaststoffreiche Kost. Ab dem dritten oder vierten Schweregrad der Erkrankung ist jedoch oft ein operativer Eingriff notwendig. »Von den rund 50 000 jährlichen Hämorrhoiden-Operationen in Deutschland ließe sich sicherlich ein Großteil verhindern, wenn Patienten frühzeitiger zum Arzt gingen«, vermutet Dr. Peter N. Meier, Chefarzt der Klinik für Gastroenenterologie, DIAKOVERE Henriettenstift gGmbH, Hannover. Doch nicht jeder Juckreiz am After ist durch Hämorrhoiden bedingt. Auch Ekzeme, Pilze oder Infektionen mit Herpes oder Humanen Papillomaviren können ähnliche Symptome hervorrufen. »Hier sind eine professionelle Differenzialdiagnose und gegebenenfalls labordiagnostische Maßnahmen notwendig«, betont DGVS-Mediensprecher Professor Dr. Christian Trautwein von der Uniklinik RWTH Aachen. /