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Keime auf Patientenhänden

09.05.2016  10:58 Uhr

Von Annette van Gessel / Multiresistente Krankheitserreger sind ein zunehmendes Problem, nicht nur in Krankenhäusern, sondern auch in Rehakliniken. 

Bisher habe man der Handhygiene der Pa­tien­ten zu wenig Beachtung geschenkt, betonen Ärzte um Jie Cao von der University of Michigan Medical School in Ann Arbor aufgrund ihrer Daten aus sechs US-amerikanischen Reha-Einrichtungen.

Insgesamt hatten die Ärzte die dominante Hand von 357 Pa­tien­ten bei der Aufnahme mikrobiologisch untersucht. Zusätzlich dazu hatten sie nach weiteren 14 Tagen und anschließend jeden Monat einen Abstrich von Handfläche, Fingern und Nagelum­gebung genommen und diese auf Stämme von Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA), Vancomycin-resistenten Enterokokken (VRE) und gegen Ceftazidim, Ciprofloxacin oder Imipenem resistente gramnegative Bakterien (RGNB) untersucht. Das Ergebnis: Bei jedem vierten Patienten (24,1 Prozent) wiesen die Forscher multiresistente Erreger (MRE) auf den Händen nach, bei 13,7 Prozent VRE, bei 10,9 Prozent MRSA und bei 2,8 Prozent RGNB. Während des Aufenthalts fanden sie sogar bei jedem Dritten (34,2 Prozent) Problemkeime und 67,2 Prozent der Patienten wurden als MRE-Träger aus der Rehaklinik entlassen.

Die Studienautoren empfehlen daher, handhygienische Maßnahmen nicht nur beim Personal, sondern auch bei den Patienten anzuwenden, um die MRE-Belastung in Kliniken zu reduzieren. Vor allem in Rehakliniken erhöhe die größere Mobilität der Patienten das Risiko, dass sie multiresistente Keime auf Türen, andere Oberflächen sowie die Hände von Medizinpersonal oder anderen Pa­tien­ten übertragen. /