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Wurmmittel gegen Gehirntumor

09.05.2017  11:51 Uhr

Dem gegen Madenwürmer eingesetzten Anthelminthikum Mebendazol steht möglicherweise eine Karriere in der Onkologie bevor, teilt das Feinstein Institute for Medical Research in Manhasset im US-Bundesstaat New York mit.

Wie ein Team um Professor Dr. Marc Symons im Journal »Molecular Medicine« informiert, eignet sich das Wurmmittel, um Pa­tienten mit niedriggradigen Hirntumoren (Gliomen) zu behandeln.

Das derzeit häufig eingesetzte Vincristin erwies sich in Gliom-Modellen der US-Wissenschaftler als komplett ineffektiv. Eine Wirkung wurde dem halbsynthetischen Vinca­alkaloid wohl nur zugeschrieben, weil es immer mit ande­ren wirksamen Substanzen zum Einsatz kam. Im Unterschied zu Vincristin überwindet Mebendazol die Blut-Hirn-Schranke gut und kann die Tumorzellen damit erreichen. Es blockiert wie Vincristin bei der Zellteilung die Verteilung der Chromosomen auf die Tochterzellen. Das führt zum Zelltod. Im Gegensatz zu Vincristin ruft Mebendazol nur relativ milde Nebenwirkungen hervor. Nun soll in klinischen Studien geklärt werden, ob Mebendazol Vincristin ersetzen kann. Die Forscher um Symons glauben, dass die Therapie mit dem Anthelminthikum das Leben der Gliom-Patienten verlängern könnte. (PZ)