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Arzneipflanzenporträt

Flohsamenkraut

Indisches Flohsamenkraut (Plantago ovata, syn. Plantago ispaghula)
Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae)
Weitere Namen: Indischer Wegerich, Blondes Psyllium, Ispaghula, Indisches Psyllium
Annette Immel-Sehr
08.05.2018
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Merkmale

Einjähriges, niedriges Kraut; sehr lange, schmal-lineale, weiß-flaumig behaarte Blätter; Blüten in sehr kurzen Ähren zusammenstehend; kapselartige Frucht mit ovalen, schiffchenförmigen, 1,5 bis 3,5 mm langen Samen, farblich stark variierend von blassrosa bis grau­braun und rötlich gelb

Heimat

  • Iran, Indien
  • Droge stammt meist aus Kulturen in Pakistan oder Indien

Arzneilich verwendete Pflanzenteile

  • Getrocknete reife Samen (Plantaginis ovatae semen)
  • Indische Flohsamenschalen (Plantaginis ovatae seminis tegumentum)


Inhaltsstoffe

  • Schleimstoffe (in der Samenschale)
  • fettes Öl (im Endosperm)


Anerkannte medizinische Anwendungen

  • Verstopfung
  • zur Erweichung des Stuhls, zum Beispiel bei schmerzhaftem Stuhlgang nach anorektalen Eingriffen, bei Analfissuren und Hämorrhoiden
  • unterstützend bei Durchfällen
  • Reizdarm und Unterstützung einer Cholesterin-senkenden Diät (nur Indische Flohsamenschalen)
  • durch klinische Daten belegte Anwendungsgebiete (Zulassung): Stuhlunregelmäßigkeiten, Reizdarm, Divertikulose, Vorliegen eines künstlichen Darmausgangs sowie unterstützend bei Morbus Crohn


Empfohlene Dosierung

  • Indische Flohsamen: 8 bis 40 g (Tagesdosis) in drei Einzel­dosen mit reichlich Flüssigkeit (mind. 200 ml pro Dosis)
  • Indische Flohsamenschalen: 7 bis 11 g (Tagesdosis) in drei Einzeldosen mit reichlich Flüssigkeit (mind. 200 ml pro Dosis)


Nebenwirkungen

  • allergische Reaktionen
  • Blähungen


Wechselwirkungen

Resorption anderer Arzneistoffe aus dem Magen-Darm-Trakt kann durch Flohsamen(schalen) verzögert sein.

Zubereitung

Indische Flohsamen können auch in Wasser, Milch oder Saft vorgequollen eingenommen werden.

Kontraindikationen

  • schmerzhafte oder blutige Darmprobleme
  • Erkrankungen der Speiseröhre und bei Schluckbeschwerden
  • Verdacht auf Darmverschluss (Ileus) – erkennbar an starken Unterleibsschmerzen mit Übelkeit und Erbrechen
  • Alter unter 6 Jahren


Abgabehinweise

  • unbedingt auf reichliche Flüssigkeitszufuhr achten!
  • Einnahmeabstand von 1/2 bis 1 Stunde zu anderen Arzneimitteln einhalten
  • nicht unmittelbar vor dem Schlafen­gehen einnehmen
  • Anwendung während der Schwanger­schaft und Stillzeit möglich

Quellmeister

Das Arzneibuch nutzt zur Angabe des Quell­vermögens von Drogen die Quellungszahl. Für deren Bestimmung wird eine vorgeschriebene Menge Droge in einen speziellen Kolben ein­gewogen und mit einem bestimmten Volumen an kaltem Wasser bedeckt. Nach vier Stunden ist das Volumen der gequollenen­ Droge abzulesen. Die geforderte Quellungszahl für Indische Flohsamen beträgt mindestens 9, für Indische Flohsamenschalen mindestens 40.

Auch die europäischen Verwandten der Indischen Flohsamen sind im Arzneibuch beschrieben. Sie eignen sich ebenfalls zur Behandlung von Ver­stopfung. Stammpflanze der Flohsamen (Psyllii semen­) ist das Flohkraut, auch als Floh­samen-Wegerich bezeichnet. Anders als bei den Indischen Flohsamen lässt sich bei Psyllii semen die Schale nicht abtrennen.

Beispiele für Monopräparate

Agiocur® Granulat

Zirkulin® Flohsamenschalen

Mucofalk® Orange Granulat

Metamucil® Orange Kalorienarm Pulver

Bekunis® indische Flohsamen

Flosine® Balance

Beispiele für Kombipräparate

Agiolax® Granulat

Flosa®-Balance