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OTC-Beratungscheck

Hydrocortison

08.05.2018
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Kontraindikationen, Neben- und Wechselwirkungen: OTC-Arzneimittel sind nicht weniger beratung­s­- intensiv als verschreibungspflichtige. In der Serie »OTC-Beratungscheck« fasst PTA-Forum die wichtigsten Hinweise zu einem ausgewählten OTC-Präparat für die Beratung übersichtlich zusammen. In dieser Ausgabe: Hydrocortison-haltige Formulierungen für die Selbstmedikation.

Arzneistoffgruppe

Dermatika, Corticosteroide

Präparate

Beispiele: Ebenol®, FeniHydrocort®, Hydro­cutan®, Soventol® Hydrocortisonacetat, jeweils 0,25% / 0,5% Creme; Linola® Akut 0,5% Creme; Ebenol, Soven­tol Spray 0,5%

Indikation

Entzündliche und allergische Dermatosen (Hautentzündungen und Ekzeme) mit geringer bis mittlerer Symptomausprägung.

Dosierung/Anwendung

 

Ein- bis dreimal täglich dünn auf die betroffenen Hautstellen auftragen.

Für Erwachsene und Kinder ab dem 6. Lebensjahr.

0,25-prozentige Formulierungen können bis zu vier Wochen ange­wendet werden, 0,5-prozentige maximal zwei Wochen.

Auf einem Gebiet von mehr als einem Zehntel der Körperoberfläche nicht länger als eine Woche anwenden.

Kontraindikationen/Warnhinweise

Nicht ohne ärztliche Verordnung bei Kindern unter 6 Jahren.

Nicht bei bestimmten Hauterkran­­kungen (Lues, Tuberkulose), bei Virus­­infektionen wie Herpes simplex, Herpes zoster, Varizellen, bei Vakzinationsreaktionen, Rosacea, Acne vulgaris, Steroidakne anwenden.

Nicht im Bereich der Augen (Gefahr einer Erhöhung des Augeninnendrucks), auf offenen Wunden sowie bei perioraler Dermatitis. Nicht auf den Schleimhäuten anwenden.

Ein Folienverband erhöht die Wirk­samkeit, aber auch die systemische Re­sorption des Wirkstoffes massiv. Okklusive Verbände daher nur kurzfristig, kleinflächig und unter engmaschiger Kontrolle anwenden.

Nebenwirkungen

Häufig leichtes Brennen, sehr selten allergische Hautreaktionen.

Typische Corticoid-Nebenwirkungen sind bei kurzfristigem Gebrauch nicht zu erwarten.

Wechselwirkungen

Keine bekannt.

Schwangerschaft/Stillzeit

Keine klinischen Daten zur Anwendung in der Schwangerschaft.

Laut Medice, dem Hersteller von Soventol Hydrocort, traten bei 363 Kindern, deren Mütter in der Schwangerschaft mit topischen Glucocorticoiden therapiert wurden, kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko oder sonstige Geburtsdefekte auf. Aufgrund der geringen systemischen Exposition bei topischer Anwendung können die 0,25- und 0,5-prozentigen Formulierungen in der Schwangerschaft angewendet werden, allerdings nicht großflächig oder langfristig sowie nicht unter okklusiven Ver­bänden.

Aufgrund der geringen systemischen Exposition können topische Formu­lierungen ebenfalls in der Stillzeit angewendet werden. Stillende Mütter sollten die entsprechenden Präparate aber nicht im Bereich der Brust auftragen.

Hinweis

Der Beratungscheck zeigt eine Auswahl an Arznei­mittel­informationen. Es besteht kein Anspruch auf Voll­ständigkeit. Weiter­­führende Informationen finden Sie unter anderem in den entsprechenden Fachinformationen, der Roten Liste sowie auf www.embryotox.de