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Fachfortbildung

Die Homöopathie entdecken

28.10.2010  15:04 Uhr

Fachfortbildung

Die Homöopathie entdecken

PTA-Forum / Homöopathie und Naturheilverfahren erfreuen sich zunehmender Beliebtheit bei den Deutschen und spielen eine immer größere Bedeutung im Beratungsgespräch in der Apotheke. Dies bestätigte auch die Teilnehmerzahl der Fachfortbildung anlässlich des Tages der Homöo­pathie am 15. September 2010 in Gütersloh: Über 60 PTA und Apotheker besuchten die Veranstaltung der Firma Truw.

Das Unternehmen wurde im Jahr 1907 von dem Heilpraktiker Heinrich Hense gegründet. Zum Tag der Homöopathie wählte Truw für die Fachfortbildung das Thema »Therapie von Erkältungskrankheiten mit homöopathischen Arzneimitteln – Beratungskonzepte und Tipps für das Kundengespräch«. Heilpraktikerin Martina Fritsch, die in Berlin eine Naturheilpraxis betreibt, erläuterte anhand von Beispielen, wie man homöopathische Arzneimittel richtig anwendet, und gab zahlreiche Tipps aus ihrer Praxis.

 

Komplexmittel meist sinnvoller

 

Nach einer kurzen Einführung über das Wirkprinzip und die Herstellung homöopathischer Arzneimittel stellte Fritsch einige Arzneimittelbilder vor. Dabei sei es wichtig, dass das empfohlene Arzneimittel der Persönlichkeit des Patienten mit all seinen Facetten entspricht, so die Heilpraktikerin. Hierbei müssten unter anderem körperliche Befindlichkeiten und psychische Eigenschaften berücksichtigt werden. In einem kurzen Beratungsgespräch das richtige homöopathische Einzelmittel zu finden, sei nicht einfach. Außerdem stellt sich die Frage nach der richtigen Potenz und Dosierung. »Wenn Sie sich nicht sicher sind, zu welchem Einzelmittel Sie raten sollen, greifen Sie auf ein zugelassenes Komplexmittel zurück«, empfahl Fritsch den Teilnehmern. Komplexmittel enthalten eine sinnvolle und bewährte Kombination von Einzelmitteln und haben als zugelassene Arzneimittel eine Angabe der Indikation. Dies vereinfache die Therapie und fördere die Compliance.

Außerdem sollten die Patienten wissen, dass es nach der Einnahme von Homöo­pathika zu einer Erstverschlimmerung kommen kann. Anhand einiger Komplexhomöopathika, zum Beispiel der Original-Tinktur N Truw®, die bei fieberhaften ­Infekten und zur Steigerung der körpereigenen Abwehr eingesetzt wird, erläuterte die Heilpraktikerin die Arzneimittelbilder und den Sinn der Kombination der einzelnen Mittel.

 

PTA oder Apotheker sollten dem Patienten auch Hinweise zur Einnahme eines homöopathischen Mittels geben. Beispielsweise sollte er beachten, das Präparat so lange wie möglich auf die Mundschleimhaut wirken zu lassen, da sich dann die Heilwirkung optimal entfalten kann. Der Hinweis könnte lauten: »Lassen Sie die Globuli oder die Tinktur so lange wie möglich unter der Zunge. Verzichten Sie eine bis zwei Stunden nach der Einnahme, die vorzugsweise morgens erfolgen sollte, auf Kaffee oder das Zähneputzen mit herkömmlicher Zahnpasta.« Allerdings sollte niemand Kaffeetrinkern ganz vom Kaffeekonsum abraten. »Empfehlen Sie dem Kunden auf keinen Fall, seine Lebensgewohnheiten zwanghaft umzustellen, wenn ihm nicht danach ist«, so Fritsch.

 

Mit weiteren Mitteln kombinieren

 

Oft ist es sinnvoll, neben der homöopathischen Behandlung begleitende Therapien anzuwenden. Bei chronischen Erkrankungen sollte man zum Beispiel an eine Übersäuerung denken, die durch falsche Ernährung und hektischen Lebenswandel entstehen kann. Chronische Übersäuerung beeinträchtigt das Allgemeinbefinden und äußert sich durch Reizbarkeit, Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Konzentrationsmangel. Sie kann zu Ablagerungen im ­Gewebe und Veränderungen wie Cellulite, Arteriosklerose, Nierensteinen, Muskel­verhärtungen und Arthrose führen. Störungen des Immunsystems mit einer erhöhten Infektanfälligkeit sowie Allergien können ebenfalls die Folge sein.

 

Zur Entsäuerungstherapie eignen sich magnesiumhaltige Basenpräparate ohne Carbonate wie Basen-Thohelur®. Außerdem sollten PTA oder Apotheker dem Kunden empfehlen, säurebildende Lebensmittel und stressige Situationen möglichst zu meiden. Regelmäßiger Sport sorgt zusätzlich für die ausreichende Sauerstoffzufuhr im Gewebe.

 

Zum Schluss riet die Heilpraktikerin den Zuhörern, mit zusätzlichen Tipps und gutem Rat die Kunden an die Apotheke zu binden. »Entdecken Sie die Homöopathie für Ihre Kunden!« /