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Adexa

Gemeinsam gegen das Sparkorsett

26.10.2010
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Adexa

Gemeinsam gegen das Sparkorsett

von Michael van den Heuvel

Nicht zuletzt dank Adexa standen auf dem Deutschen Apothekertag in München Mitarbeiter aus öffentlichen Apotheken im Mittelpunkt: Die Erste Vorsitzende der Apothekengewerkschaft, Barbara Neusetzer, wies in ihrem Grußwort darauf hin, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer nur gemeinsam die drohende Gefahr des geplanten Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes (AMNOG) abwenden können. Und die Botschaft kam an.

Adexa sieht durch das AMNOG vor allem die Arbeitsplätze in öffentlichen Apotheken in Gefahr. »Wenn die geplanten Einsparungen von 500 Millionen Euro bei den Großhandelsrabatten komplett an die Apotheken weitergereicht werden, führt dies zu Einbußen von durchschnittlich 23 000 Euro Rohertrag pro Apotheke«, so Neusetzer. Etliche Apotheken könnten diesen drastischen Einschnitt nicht verkraften, ohne dass die Beratung der Patienten leide. »Und natürlich wird es vorrangig die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Form von Stellenkürzungen und Gehaltseinbußen treffen«, prognostiziert die Adexa-Vorsitzende. »Aber auch viele Chefs werden sich immer häufiger die Frage stellen, ob ihre öffentliche Apotheke noch rentabel ist und ihre Existenz sichert.«

Neusetzers Resümee: »Adexa sieht sich beim AMNOG mit den Apothekenleitern in einem Boot und appelliert an die Regierung und an den Bundestag, den Gesetzesentwurf zu korrigieren«. Die Voraussetzung sei, dass alle Akteure an einem Strang zögen. »Denn nur gemeinsam können wir noch etwas bewegen!«, so die Adexa-Vorsitzende.

Keine weitere Belastung möglich

Bei manchen Themen bestehen durchaus noch Informationsdefizite. Das zeigte die Äußerung der gesundheitspolitischen Sprecherin der FDP-Fraktion, Ulrike Flach. Während der letzten zehn Jahre wären in öffentlichen Apotheken 50 000 PTA-Stellen neu entstanden, meinte die Politikerin. So ein aufgeblähter Personalbauch dürfe ruhig etwas abgespeckt werden, so Flach weiter. Barbara Neusetzer korrigierte dies und wies darauf hin, dass viele Mitarbeiter derzeit an ihrer Belastungsgrenze arbeiteten und Entlassungen nicht möglich seien, ohne dass die Beratung empfindlich leide. Außerdem seien die Arbeitnehmer bereits durch die steigenden Versicherungsbeiträge doppelt belastet. Ab 2011 steigen bekanntlich die Beiträge zur GKV von 14,9 auf 15,5 Prozent, und Zusatzbeiträge sind nicht auszuschließen. Die Arbeitgeberbeiträge werden dabei auf 7,3 Prozent eingefroren.

Kontakt an Ort und Stelle

Auch auf der pharmazeutischen Fachmesse, der Expopharm, war die Apothekengewerkschaft präsent. Das Messeteam erhielt dabei viel Lob für Adexas Einmischung in die aktuelle Gesundheitspolitik. Ute Landmann, Messechefin von Adexa, äußerte sich nach dem Ende der Veranstaltung sehr zufrieden: »Es macht einfach Spaß, mit einem so motivierten und kompetenten Team Adexa vorzustellen. Ich danke ganz herzlich auch im Namen des Vorstands allen, die hier ehrenamtlich aktiv waren und ihre Freizeit für die Gewerkschaft und damit für die Interessen aller Kolleginnen und Kollegen zur Verfügung stellten. Die vier Tage in München waren für die Apothekengewerkschaft ein großer Erfolg, und ich lade jetzt schon herzlich ein, uns 2011 in Hamburg bei der Interpharm und in Düsseldorf auf der Expopharm zu besuchen.«

E-Mail-Adresse des Verfassers:
heuvel(at)helmholtz-muenchen.de