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Naturheilkunde

Konzepte gegen das offene Bein

28.10.2010  15:39 Uhr

Naturheilkunde

Konzepte gegen das offene Bein

Von Oliver Ploss / Jeder Dritte entwickelt im Laufe seines Lebens Krampfadern an den Beinen, Frauen viermal häufiger als Männer. Fast immer liegt der Erkrankung eine familiäre Veranlagung zugrunde. Faktoren wie Übergewicht, stehende Tätigkeiten oder eine Schwangerschaft fördern die Bildung von Krampfadern noch zusätzlich.

Meist bleiben Venenerkrankungen lange symptomlos und stören die Betroffenen nur unter kosmetischen Aspekten. Nach längerem Sitzen, Stehen oder auf Reisen klagen die Patienten jedoch immer öfter über Schwere- und Spannungsgefühl der Beine, über geschwollene Füße, Juckreiz sowie nächtliche Muskelkrämpfe. Gelegentlich plagen sie auch stechende Schmerzen in den Waden. Bleibt die Erkrankung unbehandelt, verändert sich die Haut und im weiter fortgeschrittenen Stadium bilden sich sogar Geschwüre. Ausgedehnte Krampfadern an den Beinen bezeichnen Fachleute als Varikosis.

 

Staut sich das Blut in den Venen, besteht die Gefahr, dass sich ein Thrombus bildet. Typisches Anzeichen einer oberflächlichen Venenthrombose ist ein Venenstrang, dessen Umgebung gerötet und überwärmt ist und der auf Druck heftig schmerzt. In manchen Fällen schwillt er lokal stark an. In der Regel fühlt sich der Patient in seinem Allgemeinbefinden nicht beeinträchtigt.

 

Bei der tiefen Beinvenenthrombose ist eine tiefe Vene durch einen Thrombus verschlossen. Als erstes Symptom bemerkt der Patient meist ein Schwere- oder Spannungsgefühl des betroffenen Beins, zusätzlich schmerzen Fußsohle oder Wade bei Belastung, eventuell zieht der Schmerz entlang der Venen. Häufig fühlt sich der Betroffene insgesamt unwohl, manche Patienten bekommen mäßig hohes Fieber. Jedes Gerinnsel in den Venen birgt die Gefahr einer Lungenembolie, einer lebensgefährlichen Komplikation, die innerhalb von Minuten zu Brustschmerz, Luftnot und Husten bis hin zum Herzversagen führt.

 

In der Kompressionstherapie sehen sowohl naturheilkundlich und ganzheitlich orientierte Therapeuten als auch Schulmediziner eine entscheidende Maßnahme zur Behandlung der Krampfadern. Diese sollte jedoch durch eine medikamentöse Therapie ergänzt werden, nicht nur lokal, sondern auch peroral. Aus ganzheitlicher Sicht sollten dabei der Lymphfluß angeregt, das Bindegewebe ent­giftet, die lokale Entzündung gehemmt, die Venenwände gestärkt und die Ödeme reduziert werden, um die über die Zeit entstandene »Gewebeverschlackung« zu beseitigen.

 

Innerlich entgiften

 

Nach den gleichen Prinzipien erfolgt auch die Behandlung eines offenen Beins (Ulcus cruris venosum). Kennzeichen der chronisch venösen Insuffizienz (CVI) ist, dass Ödeme zu einer Mangelversorgung des Gewebes führen. Dadurch können Stoffwechselendprodukte nicht mehr abtransportiert werden. Das Gewebe »erstickt« und stirbt ab, es bilden sich Nekrosen. Bei der geringsten Verletzung entstehen offene und schlecht heilende Wunden.

 

Der ganzheitlich orientierte Therapeut behandelt das chronische Ulcus cruris venosum innerlich mit Präparaten zur Entgiftung des Gewebes und zur Ausleitung, bis die Wunde verschlossen ist, was manchmal sechs Wochen oder länger dauert. Zur Entgiftung eignet sich metabiarex® N in der Dosierung von dreimal täglich 30 Tropfen. Die Ausleitung erfolgt mit einer Mischung aus jeweils 50 ml metaheptachol ® N Tropfen, metasolidago® S Tropfen und Lymphaden Hevert Complex Tropfen in der gleichen Dosierung.

 

Begleitende Maßnahmen

 

Ebenfalls bis die Wunde verschlossen ist, nimmt der Patient beim ganzheitlichen Therapieansatz Präparate, die seinen Säure-Basen-Haushalt ins Gleichgewicht bringen sollen. Dazu zählen Basosyx® Tabletten, von denen er abends 2 Tabletten einnimmt, oder Zellamare Base in der Dosierung von 1 Teelöffel abends. Zusätzlich soll er während des Tages dreimal 20 Tropfen RMS Asconex® Tropfen nehmen.

 

Eine sinnvolle Ergänzung ist das Entoxin Entschlackungsbad, ein sogenanntes Basenbad, in dem der Patient einmal täglich das Bein mit der offenen Stelle für die Dauer von 10 bis 15 Minuten badet. Zur Begleittherapie eignen sich zweimal täglich 1 Venostasin® retard Kapsel N, das Arzneimittel fördert den venösen Rückfluss. Die Einnahme von dreimal täglich 2 Traumanase® Tabletten fördert die Heilung. Das Enzym-Präparat hemmt zusätzlich die Entzündung und wirkt antiödematös. Zweimal täglich eine Curazink® Kapsel helfen bei der Wundheilung.

 

Ergänzende Lokaltherapie

 

Das ganzheitliche Therapiekonzept kann tagsüber durch die Anwendung von Spenglersan® Kolloid G aus der Sprühflasche ergänzt werden. Das Nosodentherapeutikum hemmt Entzündungen und fördert die Wundheilung auf Haut und Schleimhäuten. Mit dem Präparat sollen die Patienten mehrmals täglich eine ES-Kompresse benetzen, diese auf die Wunde legen und dort fixieren oder drei- bis viermal täglich fünf Sprühstöße auf die offene Wunde sprühen. Zur äußerlichen Behandlung eignet sich Pyolysin® Salbe. Ebenso wie die Sprühlösung tagsüber hemmt die Nosodensalbe während der Nacht sehr gut Entzündungen und fördert die Wundheilung. Sie wird auf eine ES-Kompresse gegeben, auf die Wunde gelegt und dort fixiert. /

Der Autor stellt sich vor

Dr. Oliver Ploss

 

Nach Abschluss meiner PTA-Ausbildung entschloss ich mich zunächst für die Weiterqualifi-kation zum Heilpraktiker. Erst danach ­studierte ich in Münster Pharmazie. Da mich die Fächer Biologie und Phytochemie besonders interessierten, folgte dann an der selben Universität eine Promotion bei Professor Dr. Adolf Nahrstedt. Seit Mai 2000 arbeite ich in einer Naturheilpraxis in Ibbenbüren und bin seit August 2005 Mitglied der Arzneibuchkommission.Seit Juni 2003 ist die Praxis anerkannte Beratungspraxis der Union für Biologische Krebstherapie e.V. (UBK). Den Kontakt zur Uni Münster habe ich nie verloren und bin dort seit März 2006 Lehrbeauftragter für Homöopathie und Naturheilkunde. Seit April 2006 bin ich Fachapotheker für Naturheilverfahren und Homöopathie ab. Bundesweit bin ich als Referent für Themen aus der Naturheilkunde tätig und habe ebenfalls einige Bücher geschrieben.

E-Mail-Adresse des Verfassers

dr_ploss(at)yahoo.de