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Schwankender Blutdruck begünstigt Schlaganfall

21.09.2012
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Von Verena Arzbach / Ihren Blutdruck regelmäßig zu kontrollieren, ist besonders für Frauen in der Postmenopause wichtig. Denn schwanken die Werte stark, erhöht sich das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Das fanden Forscher heraus, als sie Daten der 15-jährigen US-amerikanischen Women’s Health Initiative (WHI) auswerteten.

Die Wissenschaftler um Dr. Daichi Shimbo von der Columbia University in New York analysierten insgesamt Daten von mehr als 58 000 postmenopausalen Frauen im Alter zwischen 50 und 79 Jahren. Ihre Analyse ergab für die Teilnehmerinnen an der WHI-Studie ein erhöhtes Apoplex-Risiko, deren jährlich gemessenen Blutdruckwerte stark schwankten.

Von diesen Blutdruckwerten berechneten die Wissenschaftler die jeweilige Standardabweichung vom Mittelwert und betrachteten vor allem die Veränderungen einer Trendlinie durch die Messpunkte. Je nach Stärke der Abweichungen im systolischen Blutdruck teilten sie die Frauen in vier Gruppen: durchschnittliche Abweichung unter 6 mmHg, 6,0 bis 8,9 mmHg, 9,0 bis 12,9 mmHg und mehr als 13 mmHg. In dem Beobachtungszeitraum von 5,4 Jahren traten insgesamt 997 Schlag­anfälle auf. Davon ereigneten sich 150 in der Gruppe mit den geringsten Schwankungen, in der Gruppe mit den größten Schwankungen waren es 375 Schlaganfälle. Je größer die Schwankungen, desto größer war damit auch das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Lagen die systolischen Werte der Frauen unter 120 mmHg, war dieser Zusammenhang besonders ausgeprägt. Das höhere Risiko lasse sich auch nicht mit anderen Risiko­faktoren wie Alter, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Hormontherapien oder der Einnahme von antihyperten­siven Medikamenten erklären, schreiben die Autoren. Der zugrunde liegende Pathomechanismus ist noch unklar. Dennoch könne für eine Einschätzung des Schlaganfallrisikos im Praxisalltag die Erfassung von Blutdruckschwankungen zwischen mehreren Arzt­besuchen durchaus relevant sein, ­schreiben Shimbo und ­Kollegen. /

Quelle: Hypertension