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Hilfe bei Krebs

Kompetente Ansprechpartner

25.06.2014  11:53 Uhr

Von Annette Immel-Sehr / Wenn es ihn nicht gäbe, müsste man ihn erfinden: den Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums. Er ist eine Anlaufstelle für fast alle Fragen rund um das Thema Krebs. Betroffene ebenso wie Fachleute erhalten dort fundierte Informationen und seriösen Rat.

Die schicksalhafte Diagnose, an Krebs erkrankt zu sein, werden in Deutschland dieses Jahr schätzungsweise etwa 500 900 Menschen erhalten, so Experten. Diese Eröffnung wird den Betroffenen wahrscheinlich zunächst den »Boden unter den Füßen wegziehen«. Nach dem ersten Schock werden sich ihnen wahrscheinlich unzählige Fragen aufdrängen. Beschäftigen wird sie vor allem: Was bedeutet die Diagnose für meine Lebenserwartung? Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es und wie werde ich sie verkraften? Ängste, Sorgen und Unwissenheit sind nur zu verständlich. Patienten und Angehö­rige suchen dann nach Informationen – heutzutage meist im Internet. Dort werden sie zwar mit Sicherheit fündig, doch sind im World Wide Web manche Aussagen von zweifelhafter Qualität. Nicht selten werden im Internet Halbwahrheiten verbreitet, wenig fundierte Therapien angepriesen oder sogar Ängste geschürt. Was Betroffene aber vor allem in einer solchen Situation brauchen, sind seriöse Informationen.

Eine verlässliche Adresse ist ohne Frage der Krebsinformationsdienst (KID). Der KID gehört zum Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) mit Sitz in Heidelberg. Er versteht sich als Dienstleister für die rund 1,5 Millionen Krebskranken in Deutschland, ihre Angehörigen und überhaupt jeden, der Fragen zu Tumorerkrankungen hat. Dazu zählen selbstverständlich ebenso Heilberufler, denn auch sie brauchen nicht selten fachliche Unterstützung. Der KID informiert kostenfrei, unabhängig und frei von Werbung – und das schon seit 1986. Seit dem Jahr 2010 wird er als Nationales Referenzzentrum für Krebsinformation durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Große Fülle an Themen

Wer sich auf dem im wahrsten Sinne des Wortes viel-seitigen Internet-Angebot des KID umschaut, ist möglicherweise zunächst von der Fülle der Themen überfordert. Doch nach einiger Zeit findet sicher jeder Nutzer auf seine Fragen die gewünschten Antworten. Eine erste Hilfe im Meer der Informa­tionen ist die »Übersicht A-Z«. Der Bogen spannt sich dort von Abrasio und Abstrich bis zu Vorsorgevollmacht und Zytostatika. Aufgeschlüsselt nach den verschiedenen Krebsarten finden Interessierte fachlich fundierte Aussagen zu den Auslösern der Erkrankungen, zur Diagnose, Behandlung und Nachsorge. Zudem gibt es praktischen Rat, um das Leben mit Krebs zu meistern, beispielsweise zum Thema Sport, Reisen oder häusliche Krankenpflege.

Über Links gelangt der Nutzer zu vertiefenden Informationen und findet Anlaufstellen für Betroffene. Bei den Behandlungsmethoden werden neben der medikamentösen Therapie auch andere Verfahren besprochen, unter anderem die Strahlentherapie, Operationen, alternative Heilmethoden, Hyperthermie und Knochenmarktransplantation. Der Nutzer spürt, dass die vielen eingestellten Texte geprägt sind von Empathie und Respekt gegenüber den Ratsuchenden und ihren Werten.

Ein weiteres, ganz persönliches Angebot: Jeder kann sich mit seinen Fragen per Telefon oder E-Mail direkt an den KID wenden. Diese Möglichkeit soll jedoch nicht die persönliche Beratung durch den Arzt ersetzen, sondern nur ergänzen. Der KID will den Dialog zwischen Patient und Arzt fördern und dazu beitragen, dass Patienten in anstehende Entscheidungen eingebunden werden.

Doch das Angebot des KID bezieht sich nicht nur auf bereits bestehende Krebserkrankungen, sondern auch auf Prävention und Früherkennung. Wer Sorge hat, an Krebs zu erkranken und sich über echte und vermeintliche Risiken informieren möchte, findet auf den Seiten zahlreiche Fakten, beispielsweise über Acrylamid in Lebensmitteln und die Strahlen vom Handy. Außerdem werden Untersuchungsverfahren zur Diagnostik von Tumoren wie Biopsie oder Darmspiegelung erklärt und verlieren so sicherlich etwas an Schrecken für den Patienten. Zu den weiteren Angeboten zählen einige Broschüren, die kostenfrei bestellt werden können sowie eine Reihe von Informa­tionsblättern zum Downloaden.

Wissenschaftlich fundiert

Der KID versteht sich auch als Ansprechpartner für Ärzte, Apotheker, Psychologen Pflegekräfte, Sozial­arbeiter sowie für alle weiteren Berufsgruppen, die sich um Krebskranke kümmern. Fachleuten bietet der KID auf seinen Internetseiten einen Überblick über zahlreiche Themen mit Hinweisen auf die Fachliteratur. Als Bindeglied zwischen Forschung und Praxis will der KID an der schnellen Verbreitung klinisch relevanter Forschungsergebnisse mitwirken.

Darüber hinaus unterstützt der KID Ärzte bei fallspezifischen Fragen zur Diagnostik und Behandlung sowie bei der Zuweisung zu Versorgungsangeboten. Speziell geschulte Mitarbeiter, in der Regel Mediziner, beantworten Fragen individuell per E-Mail und am Telefon.

Profis am Werk

Für die Texte auf der Website sowie die Nachrichten und Informationen im Facebook-Auftritt ist nicht ein einzelner Autor verantwortlich, sondern ein ganzes Team aus Wissenschaftlern und Ärzten mit einer zusätz­lichen journalistischen Ausbildung. Das Team greift wichtige und aktuelle Fragestellungen auf, stellt Hintergründe aus der Wissensdatenbank zusammen und ergänzt sie mit Linktipps, Adressen und Hinweisen auf weiteres Informationsmaterial. Einen hohen Stellenwert in allen Arbeitsbereichen des KID hat das Qualitätsmanagement. Die Nutzer können sich darauf verlassen, dass alle veröffentlichten Inhalte auf Richtigkeit, Aktualität, Neutralität, Vollständigkeit und Verständlichkeit geprüft wurden. /

www.krebsinformationsdienst.de