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Lungenentzündungen nicht unterschätzen

25.06.2014  11:53 Uhr

Von Annette Immel-Sehr / Rund 10 Prozent aller Patienten, die in Deutschland wegen einer Lungenentzündung im Krankenhaus behandelt werden, sterben an deren Folgen.

Das geht aus der Neuauflage des »Weißbuch Lunge 2014« hervor, das die Deutsche Lungenstiftung (DLS) gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie erstellt hat. Zum Vergleich: An einem Herzinfarkt sterben nur 5 Prozent der Patienten, die das Krankenhaus erreichen.

»Die hohe Sterblichkeit bei einer Pneumonie dürfte zum einen darauf zurückzuführen sein, dass Patienten mit Lungenentzündung oft zusätzliche Begleiterkrankungen haben. Vermutlich werden aber auch die Risiken, die von einer Lungenentzündung ausgehen, sowohl von Ärzten als auch von Patienten einfach unterschätzt«, erläutert Professor Adrian Gillissen, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der DLS. Besonders gefährdet sind Kleinkinder, alte Menschen und chronisch Kranke. Gerade die von Pneumokokken verursachten Lungenentzündungen verlaufen jedoch auch bei ansonsten Gesunden manchmal schwer und tödlich. Zur Vorbeugung steht seit 2012 ein hochwirksamer Konjugat-Impfstoff für Erwachsene zur Verfügung, der mit 90-prozentiger Sicherheit vor einer Pneumokokken-Pneumonie schützt.

»Allerdings sind derzeit nur 10 Prozent der Bevölkerung gegen Pneumokokken geimpft – und dies vorwiegend noch mit einem älteren, deutlich weniger wirksamen Impfstoff. Daher möchten wir insbesondere chronisch Kranken und allen Menschen ab 60 Jahren dringend empfehlen, sich impfen zu lassen, wie es auch die STIKO in Berlin empfiehlt«, betont Gillissen. /

Quelle: Deutsche Lungenstiftung (DLS)