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Plazenta nicht keimfrei

25.06.2014  11:53 Uhr

Von Elke Wolf / Anders als bislang angenommen leben Föten im Mutterleib nicht völlig keimfrei. US-amerikanische Forscher haben in der Plazenta werdender Mütter kleine, aber vielfältige Bakteriengemeinschaften entdeckt. Die Mikroben scheinen das Risiko einer Frühgeburt zu beeinflussen.

Dazu haben Forscher um Kjersti Aagaard vom Baylor College of Medi­cine and Texas Children’s Hospital in Houston nach der Geburt die Mikroben in 320 Plazenten identifiziert und ihre Zusammensetzung mit der anderer Körperregionen verglichen. Die Keime ähnelten am ehesten denen der Mundhöhle. Allerdings unterschied sich die Bakterienflora von Frau zu Frau. »In den Plazenten von Frauen, die ihr Kind vor dem Geburtstermin zur Welt gebracht hatten, kamen besonders häufig Bakterien vor, die sogenannte Isoquinolin-Alkaloide produzieren. Von diesen Alkaloiden ist bekannt, dass sie auf Hefepilze und Parasiten toxisch wirken. Außerdem wirken manche dieser Alkaloide als Blocker von Calciumkanälen. Solche Blocker geben wir auch als Medikament, um frühzeitige Wehen zu verhindern«, sagt Studienleiter Aagaard. /

Quelle: Science Translational Medicine