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Arbeitskleidung

Seriös und modern

24.05.2016  10:36 Uhr

Von Andreas Nagel / In den vergangenen Jahren hat sich das Erscheinungsbild vieler Apothekenmitarbeiter verändert: Während das Team früher fast ausschließlich in weißen Kitteln arbeitete, findet man heute recht unterschiedliche Arbeits­kleidung. Da das Image der Apotheke neben der fachlichen Kompetenz auch vom optischen Erscheinungsbild geprägt wird, sollte die Frage der richtigen Kleidung sorgfältig überlegt sein.

Noch immer vermittelt ein weißer Kittel in Apotheken Kompetenz und Sauberkeit – ähnlich wie in Arztpraxen. Zudem hat der Kittel auch ganz praktische Vorteile: Er ist ein unerlässlicher Schutz, zum Beispiel bei der Arbeit in der Rezeptur. Kitteltaschen eignen sich außerdem hervorragend zum Verstauen von Kugelschreibern, Memozetteln oder zu bearbeitenden Rezepten. Besondere Kundennähe entsteht, wenn alle Mitarbeiter zusätzlich Namensschilder auf ihrem Kittel tragen. Und nicht zuletzt: Manchen Mitarbeitern verleiht der Kittel auch ein Gefühl von Sicherheit und Überlegenheit. Ein Nachteil ist, dass der weiße Kittel blass wirken kann. Allenfalls mit farbigen Halstüchern können die Mitarbeiter für etwas Frische und Abwechslung sorgen.

Alternativen zum Kittel

Immer häufiger findet man daher in Apotheken auch andere Bekleidung. Bei der Entscheidung für einen bestimmten Stil sollten Chef und Team am besten gemeinsam überlegen, welches Image die Apotheke vermitteln möchte. Wer vor allem Wert auf ein traditionell-klassisches Erscheinungsbild legt, zu dem passt der weiße Kittel wohl nach wie vor am besten. Etwas moderner und lockerer wirken farbige Oberteile in Kombination mit weißen Hosen oder weiße T-Shirts mit weißen Hosen und farbigen Westen. Damit präsentiert sich die Apotheke eher als Gesundheitszentrum. Wenn die Apotheke mit einer bestimmten Farbe verbunden ist, zum Beispiel eine dominierende Farbe im Logo oder bei der Einrichtung, sollte sich diese Farbe natürlich in der Bekleidung wiederfinden.

Eine Möglichkeit, für Abwechslung im Kleidungsstil zu sorgen, besteht darin, im Sommer und im Winter unterschiedliche Kleidung zu tragen. So können Sie etwa im Winter den klassischen weißen Kittel wählen und in den Sommermonaten auf einheitliche farbige T-Shirts mit weißen Hosen zurückgreifen. Die Oberteile können in diesem Fall zusätzlich mit dem Apothekenlogo bedruckt oder bestickt werden. Diese Lösung hat natürlich auch den Vorteil, dass die Mitarbeiter im Sommer in den luftigen T-Shirts weniger schwitzen als im Kittel.

Unabhängig davon, ob weiße Kittel oder farbige Shirts getragen werden, sollten bei der Auswahl der Kleidung einige Grundregeln beachtet werden. Bei der Entscheidung für einen bestimmten Kleidungsstil sollte man berücksichtigen, dass nicht jede Mitarbeiterin die gleiche Figur hat. Genau wie bei Kitteln gibt es auch bei T-Shirts verschiedene Längen und Passformen. Jede Mitarbeiterin sollte die Möglichkeit haben, sich so vorteilhaft wie möglich zu kleiden. Zum Beispiel kann eine große Kollegin gut einen längeren Kittel tragen, einer kleineren Person steht wahrscheinlich ein kürzeres Modell besser. Taillierte Shirts sind eher für schlanke Kolleginnen geeignet. Eine fülligere Kollegin sollte die Option haben, ein gerade geschnittenes Oberteil zu tragen.

Für welches Modell Sie sich auch entscheiden: Die Kleidung muss passen. Zu enge Hosen, zu kurze Hosen oder zu knappe Oberteile sind ein absolutes No-Go in der Apotheke. Es gibt viele Anbieter von Berufsbekleidung mit einem breiten Sortiment, sodass für jeden Geschmack, jede Körpergröße und jede Figur problemlos ein passendes Kleidungsstück gefunden werden kann. Entscheiden Sie sich möglichst für ein einheitliches Modell in verschiedenen Passformen. So ist für jeden Mitarbeiter eine individuelle Lösung möglich, und trotzdem ein einheitliches Erscheinungsbild gegeben. Wichtig ist, dass Sie sich in Ihrer Kleidung wohl fühlen, denn nur dann entsteht die gewünschte positive Ausstrahlung. Achten Sie zudem immer darauf, dass die Kleidung sauber und nicht zerknittert ist, dass alle Knöpfe angebracht sind und das Namensschild gerade angesteckt ist. Das sind zwar Kleinigkeiten, aber viele Kunden nehmen solche Details wahr.

Da Berufskleidung regelmäßig gewaschen werden muss, sollte beim Kauf auf Qualität geachtet werden. Die Bekleidung sollte farbecht und formbeständig sein, sie darf beim Waschen nicht einlaufen und nicht leicht Gerüche annehmen. Greifen Sie auf hochwertige atmungsaktive Fasern zurück–ähnlich wie bei Sportbekleidung. Damit kommen die Mitarbeiter nicht so leicht ins Schwitzen. Derartige Kleidung ist in der Regel auch bügelfrei.

Die Gesamtwirkung

Überlegen Sie gut, wie die ausgewählte Kleidung auf Ihre Kunden wirkt. Extrem bunte Bekleidung führt bei manchen Kunden möglicherweise zu Verunsicherung. Gerade bei älteren, konservativen Kunden ist sehr modische Kleidung eventuell ein ungewohntes Erscheinungsbild. Wenn es nicht der bewährte Kittel sein soll, sollte die Alternative dennoch seriös wirken, damit alle Mitarbeiter kompetent und vertrauenswürdig auftreten.

Manche Apotheken-Chefs »spendieren« Ihren Mitarbeiterinnen auch eine individuelle und umfassende Typberatung, damit Haare, Hände und Make-up passend und gepflegt aussehen. Wichtig ist auch die Wahl der Schuhe. Auf allzu leichtes oder extrem hohes Schuhwerk sollten die Mitarbeiter während der Arbeitszeit unbedingt verzichten. Flip Flops und High Heels passen sowohl aus Sicherheits- als auch aus optischen Gründen nicht unbedingt in eine Apotheke. /

Auf einen Blick

Die Bekleidung des Apothekenteams hat eine entscheidende Bedeutung für die Außenwirkung der Apotheke. Widmen Sie diesem Thema daher die erforderliche Aufmerksamkeit. Besprechen Sie im Team, wie der Kleidungsstil in der Apotheke sein soll und berücksichtigen Sie dabei die Wünsche der einzelnen Kolleginnen soweit wie möglich. Kaufen Sie die Apothekenbekleidung dann bei einem spezialisierten Anbieter für Berufsbekleidung. Hier werden Sie professionell und individuell beraten. Wenn eine gemeinsame Entscheidung für die Bekleidung gefallen ist, muss diese Regelung selbstverständlich ausnahmslos von allen Mitarbeitern eingehalten werden – ähnlich wie im Mannschaftssport: Eine Mannschaft – ein Trikot – ein Ziel!