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Status-Unzufriedenheit erhöht Sterberisiko

24.05.2016  10:37 Uhr

Von Annette Immel-Sehr / »Mein Haus, mein Auto, mein Boot«: Ansehen und Vermögen haben wohl nicht nur großen Einfluss auf den Lebensstandard, sondern auch auf die Gesundheit, zumindest bei Männern. Denn Männer, die mit ihrem sozialen Status stets unzufrieden sind, haben ein signifikant erhöhtes Sterberisiko, lautet das Ergebnis einer kürzlich von Laura Arnold von der Hochschule Ravensburg-Weingarten und Kollegen veröffentlichten Studie. Bei Frauen beeinflusst die Unzufriedenheit mit der gesellschaftlichen Position die Gesundheit dagegen kaum.

Die Wissenschaftler hatten für ihre Untersuchung Daten von 6963 Männern und 7461 Frauen aus dem sogenannten Sozioökonomischen Panel (SOEP) ausgewertet. Die Daten stammen auf einer repräsentativen jährlichen Wiederholungsbefragung im Auftrag des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Dabei geht es unter anderem um Einkommen, Erwerbstätigkeit, Bildung und Gesundheit. »Da auch Todesfälle erfasst werden, sind Mortalitätsanalysen vor dem Hintergrund zahlreicher sozialer Informationen möglich«, erläutert Arnold in der Fachzeitschrift »Das Gesundheitswesen«.

Unzufriedene Männer haben demnach ein fast doppelt so hohes Mortalitätsrisiko, Männer mit mittlerer Zufriedenheit noch immer ein um 25 Prozent höheres Risiko als Männer mit hohen Zufriedenheitswerten. Die aktuelle Untersuchung bestätigt frühere Studien, nach denen der Zusammenhang zwischen sozialer und gesundheitlicher Lage bei Männern besonders ausgeprägt ist. Bei der Auswertung zeigte sich, dass die subjektiv empfundene Statusunzufriedenheit einen deutlich größeren Einfluss auf die Mortalität hat als die objektiven Parameter Einkommen und Bildungsstand. Sozialer Stress beeinflusse vermutlich die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse und steigere die Cortisol-Ausschüttung, so Arnold. Dauerhaft hohe Cortisol-Werte erhöhten das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und andere Krankheiten. /