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Stuhltests

Unterschiedlich empfindlich

24.05.2016  10:37 Uhr

Von Elke Wolf / Immunologische Tests auf okkultes Blut im Stuhl zur Darmkrebsvorsorge gelten als empfindlicher und weniger störanfällig als ältere biochemische Tests auf Guajakharz-Basis. Labor­untersuchungen haben nun jedoch ergeben, dass die neuen Tests häufig weniger empfindlich reagieren als von den Herstellern angegeben. Die Ergebnisse wurden in der »Zeitschrift für Gastroenterologie« veröffentlicht.

Dafür hat ein labormedizinisches Institut in Stuttgart in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg 22 verschiedene Tests unter die Lupe genommen. Dabei wurden große Differenzen entdeckt. So haben die Hersteller zwar bei 17 der 22 Tests Angaben zur Nachweisgrenze gemacht, allerdings stimmten die Angaben nur in vier Fällen mit den Prüf­ergebnissen der Stuttgarter Labor­mediziner überein.

Im Großteil der anderen Fälle konnten erst Blutkonzentrationen nachgewiesen werden, die bis zu zehnfach höher waren als die Hersteller angaben. Die meisten Tests erwiesen sich demnach als weniger empfindlich als angegeben. Zwei Tests konnten das Hämoglobin selbst in der höchsten Konzentration von 440 ng/ml nicht erkennen. Nur ein einziger Test war in der Lage, auch die niedrigste Hämoglobinmenge (25 ng/ml) nachzuweisen.

Eigentlich sollten die als genauer geltenden neuen immunologischen Tests die Guajak-basierten Untersuchungen ersetzen. So sieht es zumindest ein Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschuss vor, der derzeit dem Bundesministerium für Gesundheit zur Prüfung vorliegt. Die Überprüfung mache aber deutlich, dass die Herstellerangaben zur Nachweisgrenze und zur Sensitivität und Spezifität die tatsächlichen Verhältnisse unzureichend widerspiegeln. Es sollten Rahmenbedingungen geschaffen werden, um den Wert der einzelnen Tests im klinischen Alltag überprüfen zu können, fordern die Wissenschaftler. /