PTA-Forum online

Lächeln, sprechen, Hände heben

22.05.2017  13:13 Uhr

Gesichtslähmung, Sprachstörungen und eine Lähmung der Arme sind die wichtigsten Symptome eines Schlaganfalls. Doch nur wenige Menschen kennen sie. Um darauf aufmerksam zu machen, hat der Cartoonist und Filmemacher Ralph Ruthe anlässlich des Tags gegen den Schlaganfall am 10. Mai einen Video-Clip he­rausgegeben.

Der Clip, der zum Beispiel über Netflix, Youtube, Facebook und Snapchat verbreitet werden soll, erklärt die Symptome in einem kurzen Cartoon-Film. Zielgruppe sind vor allem junge Menschen: Laut der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG), die die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen hat, hat eine aktuelle US-amerikanische Studie einen dramatischen Anstieg von Krankenhausbehandlungen bei jüngeren Schlaganfallpatienten im Alter von 18 bis 54 Jahren gezeigt.

Grundlage für den Film »Lächeln – Sprechen – Hände hoch« ist der FAST (Face, Arms, Speech, Time)-Test. »Der erste Schritt besteht darin, den Betroffenen um ein Lächeln zu bitten. Wenn das Gesicht dann einseitig verzogen ist, deutet das auf eine Halbseitenlähmung hin«, erklärt Professor Dr. Martin Dichgans, erster Vorsitzender der DSG und Direktor des Instituts für Schlaganfall- und Demenzforschung (ISD) am Klinikum der Universität München. Anschließend sollte der Betroffene die Arme nach vorne strecken und die Handflächen nach oben drehen. Bei einer Lähmung können nicht beide Arme gehoben werden. Ein Arm sinkt ab, der andere Arm könne nicht in der beschriebenen Position gehalten werden.

Anschließend sollte der Betroffene einen einfachen Satz nachsprechen. »Falls er das nicht kann und die Stimme verwaschen klingt, liegt vermutlich eine Sprachstörung vor«, erläutert Professor Dr. Wolf Schäbitz, DSG-Pressesprecher und Chefarzt der Klinik für Neurologie am Evangelischen Klinikum Bethel in Bielefeld. »Wenn sowohl Lähmungen als auch Sprachschwierigkeiten festgestellt wurden, sollten Beobachter sofort die Notrufnummer 112 wählen und die Symptome schildern.« Eine schnelle Reaktion ist bei einem Schlaganfall wichtig: Je weniger Zeit zwischen dem Beginn der Symp­tome und der Behandlung vergeht, desto günstiger ist die Prognose. (va)

Das Video ist abrufbar unter www.youtube.com/watch?v=SmZZLGnbWxc.