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OTC-Beratungscheck

Loperamid

22.05.2017
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Kontraindikationen, Neben- und Wechselwirkungen: OTC-Arzneimittel sind nicht weniger beratungsintensiv als ­verschreibungspflichtige. In der Serie »OTC-Beratungscheck« fasst PTA-Forum die wichtigsten Hinweise zu einem ausgewählten OTC-Präparat für die Beratung übersichtlich zusammen. In dieser Ausgabe geht es um Loperamid.

Arzneistoffgruppe:

Antidiarrhoika

Präparate:

Imodium® akut Kapseln, ­ Imodium® akut lingual Schmelztabletten und Generika

Indikation:

Symptomatische Behandlung einer akuten Diarrhö bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahre, sofern keine ursächliche Therapie zur Verfügung steht

Dosierung/Anwendung:

Erwachsene: Erstdosis: 2 Kapseln/­­ Tab­letten à 2 mg, danach 1 Kapsel/Tablette nach jedem ungeformten Stuhl.

Die Tageshöchstdosis von 12 mg, also 6 Kapseln/Tabletten, darf in der Selbstme­dikation nicht überschritten werden.

Jugendliche: Erstdosis 1 Kapsel, Tageshöchstdosis maximal 4 Kapseln/8 mg.

Loperamid soll ohne ärztliche ­An­weisung nicht länger als 2 Tage einge­nommen werden. Falls nach 2 Tagen kein Besserung: absetzen und Arzt informieren.

Während der Therapie sollte auf ausreichenden Ersatz von Flüssigkeiten und Salzen (Elektrolyten) geachtet werden.

Kontraindikationen/Warnhinweise:

Nicht bei Kindern < 12 Jahren

Nicht bei Zuständen, bei denen eine verlangsamte Darmtätigkeit ver­mieden werden muss, zum Beispiel aufge­triebener Leib, Verstopfung, Darm­verschluss. Loperamid muss bei Obstipation, aufgetriebenem Leib oder Darmverschluss sofort abgesetzt werden.

Nicht bei Durchfällen mit Fieber und/oder blutigem Stuhl, bei Durchfällen, die während oder nach der Einnahme von Antibiotika auftreten, sowie bei bakterieller Darmentzündung, beispielsweise durch Salmonellen, Shigellen, Campylobacter.

In der Selbstmedikation nicht bei ­chronischen Durchfallerkrankungen und akutem Schub einer Colitis ulcerosa.

Bei Lebererkrankungen nur nach ärztlicher Verordnung, da der Abbau von Loperamid verzögert sein kann.

Nebenwirkungen:

Häufig: Kopfschmerzen, Übelkeit, Obstipa­tion, Flatulenz

Gelegentlich: Schwindel, Bauchschmerzen, Mundtrockenheit, Schmerzen im oberen Abdominaltrakt, Erbrechen, Hautausschlag

Wechselwirkungen:

Loperamid ist ein Substrat von p-Glykoprotein. Bei Kombination mit p-Glykoprotein-Hemmstoffen wie Chinidin, Chinin, Verapamil oder Ritonavir kann es zum Anstieg der Loperamid-Plasmakonzentration kommen. Das ist ebenso bei der Kombination mit Itraconazol und Ketoconazol möglich. Dann sind zentralnervöse opioide Effekte von Loperamid (z.B. vermindertes Schmerzempfinden, verlangsamter Herzschlag, Atem­depression, Stimmungs­aufhellung) möglich.

Achtung: Missbrauchs­potenzial!

Bei Desmopressin kann es aufgrund der verlangsamten Darm-Motilität zu erhöhten Plasmakonzentrationen von Desmopressin kommen.

Schwangerschaft/Stillzeit:

Keine Hinweise auf teratogene Effekte.

Sollte möglichst nicht in der Schwan­ger­schaft eingesetzt werden. Falls aber tatsächlich eine medikamentöse Hemmung der Darmmotilität indiziert ist, sollte laut www.embryotox.de Loperamid gewählt werden. Eine Langzeittherapie sollte während der Schwangerschaft vermieden werden.

Wenig Erfahrung zur Anwendung in der Stillzeit. Bislang wurde noch nicht über Symptome bei gestillten Kindern berichtet, und diese sind aufgrund der geringen relativen Dosis nicht zu erwarten. Falls diätetische Maß­nahmen bei Durchfall nicht ausreichen, darf in der Stillzeit vorübergehend Loperamid genommen werden.

Hinweis

Der Beratungscheck zeigt eine Auswahl an Arzneimittelinformationen. Es besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit. Weiterführende Informationen finden Sie unter anderem in den entsprechenden Fachinformationen, der Roten Liste sowie auf www.embryotox.de