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Minderjährige Ziel aggressiver Werbung

22.05.2017  13:13 Uhr

Kinder sind zu häufig aggressiver Lebensmittelwerbung in Fernsehen und Internet ausgesetzt. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Universität Hamburg im Auftrag des AOK-Bundesverbands. Mehr als 60 Prozent der Online-Lebensmittelwerbung enthielten demnach spezielle Elemente, mit denen Minderjährige gezielt zum Konsum animiert werden sollen.

In erster Linie würden stark zucker-, fett- und salzhaltige Produkte beworben. »Vor allem bei den sozialen Medien haben die Lockrufe von Süßwarenherstellern deutlich zugenommen«, erklärte Studienleiter Tobias Effertz.

»Damit wir dieses Problem in den Griff bekommen, brauchen wir vor allem im Online-Bereich und TV ein Kinder­marketingverbot für Lebensmittel«, ergänzte Kai Kolpatzik, Abteilungs­leiter Prävention beim Bundesverband. Mit Auftritten bei sozialen Netzwerken schafften die Konzerne es, dass sich Kinder interaktiver mit der Werbung auseinandersetzten als zum Beispiel im Fernsehen. Unter den rund 300 untersuchten Unternehmen waren der AOK zufolge viele­ Konzerne, die sich eigentlich auf EU-Ebene freiwillig verpflichtet haben, komplett auf Kindermarketing zu verzichten.

Zwischen 8 und 22 Mal pro Tag kommen Kinder laut einer Hochrechnung der Hamburger Universität mit Online-Werbung von Lebensmittelherstellern in Kontakt. Die Studie ergab auch, dass viele Unternehmen Kinder und Eltern gezielt täuschen. Vor allem Hersteller von Lebensmitteln, die für Kinder ungeeignet sind, unterstellten ihren Produkten oftmals einen nicht vorhandenen Gesundheitsnutzen. (PZ/cd)