PTA-Forum online

Graue Haare durch Virusinfekt?

18.05.2018  16:13 Uhr

Wieso die Haare früher oder später grau werden, dazu gibt es einige Theorien. Eine neue liefern jetzt Dr. Melissa Harris und Kollegen von der University of Alabama in Birmingham: Dass Haare grau werden, kann an einer Aktivierung der angeborenen Immunabwehr liegen, zum Beispiel durch Virusinfektionen. 

Das haben Tierversuche an Mäusen gezeigt. In einer Studie führte die Triggerung des Immunsystems durch eine Virusinfektion oder genetische Manipulation zu einem Verlust von Melanozyten und deren Stammzellen, schreiben die Forscher im Fachjournal »PLoS Biology«.

Melanozyten produzieren Pigmente, die Haut und Haaren ihre Farbe geben. Stirbt ein Haar ab, gehen auch seine Melanozyten verloren. Melanozyten-Stammzellen im Haarfollikel sorgen normalerweise für neue Melanozyten im nachwachsenden Haar. Eine Überproduktion von Interferonen als Antwort auf eine Virusinfektion schädigte bei den für graue Haare genetisch disponierten Tieren die Melanozyten und deren Stammzellen – die Tiere ergrauten frühzeitig.

»Vielleicht reicht bei gesunden Menschen mit einer genetischen Veranlagung für graue Haare eine gewöhnliche Virusinfektion aus, um einen Untergang von Melanozyten und deren Stammzellen zu verursachen«, mutmaßt Harris. Allerdings führten zumindest bei Mäusen auch noch andere Mechanismen zu grauen Haaren, sodass der Farbverlust allein kein eindeutiges Anzeichen für eine Virusinfektion ist. (PZ/dh)