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OTC-Beratungscheck

Mariendistel/Silymarin

18.05.2018
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Kontraindikationen, Neben- und Wechselwirkungen: OTC-Arzneimittel sind nicht weniger beratungsintensiv als verschreibungspflichtige. In der Serie »OTC-Bera­tungscheck« fasst PTA-Forum die wichtigsten Hinweise zu einem ausgewählten OTC-Präparat für die Beratung übersichtlich zusammen. Dieses Mal: Mariendistel­früchte-Extrakt mit dem wirksamen Inhaltsstoff Silymarin.

Arzneistoffgruppe

Phytopharmaka bei Lebererkrankungen

Präparate

Zum Beispiel Silicur®, Silymarin-Loges®, Silymarin STADA® forte

Indikation

Zur unterstützenden Behandlung bei chronisch-entzündlichen Leber­erkrankungen, Leberzirrhose und durch Lebergifte verursachten Leberschäden

Dosierung/Anwendung

Präparate mit 167 mg Silymarin: ein bis zwei Hartkapseln pro Tag.

Präparate mit weniger als 167 mg Silymarin: zwei bis drei Hartkapseln pro Tag.

Einnahme vor oder nach dem Essen mit einem großen Glas Wasser.

Kontraindikationen/Warnhinweise

Je nach Hersteller wird eine An­wendung bei Kindern und Jugend­lichen unter 12 oder unter 18 Jahre nicht empfohlen.

Silymarin-Präparate sind nicht zur Behandlung von akuten Vergiftungen geeignet.

Bei anhaltenden Beschwerden oder dem Auftreten einer Gelbsucht ist ein Arzt aufzusuchen.

Nebenwirkungen

Gelegentlich gastrointestinale Beschwerden, zum Beispiel Übelkeit, leicht abführende Wirkung, Überempfindlichkeitsreaktionen wie Hautausschlag, Juckreiz oder Atemnot.

Wechselwirkungen

Durch eine Verbesserung der Leberfunktion kann Silymarin die Meta­bolisierung von anderen Arzneimitteln verändern, gegebenenfalls muss die Dosierung angepasst werden.

Bei gleichzeitiger Einnahme von Silymarin und Amiodaron kann die antiarrhythmische Wirkung von Amiodaron verstärkt werden.

Schwangerschaft/Stillzeit

Mariendistelfrüchte-Extrakt be­ziehungsweise Silymarin soll in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden, da keine ausreichenden Untersuchungen vorliegen.

 

Hinweis: Der Beratungscheck zeigt eine Auswahl an Arznei­mittel­informationen. Es besteht kein Anspruch auf Voll­ständigkeit. Weiter­­führende Informationen finden Sie unter anderem in den entsprechenden Fachinformationen, der Roten Liste sowie auf www.embryotox.de.