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Im Test

Nasenspray zur Diabetes-Prävention

18.05.2018
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Ein Insulin-Nasenspray könnte möglicherweise verhindern, dass bei Kindern ein Typ-1-Diabetes ausbricht. In einer Studie will das Institut für Diabete­s­forschung am Helmholtz Zentrum München in Kooperation mit den Technischen Universitäten in München und Dresden bei Kindern mit einem hohen Typ-1-Diabetesrisiko prüfen, ob sich die Autoimmunerkrankung so aufhalten lässt.

Das Immunsystem Neugeborenener muss lernen, zwischen fremden und körpereigenen Strukturen zu unterscheiden. Autoreaktive T-Zellen, das heißt Immunzellen, die mit körper­eigenen Strukturen reagieren, sollen dabei absterben. Übrigbleiben sollen nur Immun­zellen, die mit fremden Strukturen, etwa Krankheitserregern, re­agieren. Entkommt eine autoreaktive Immunzelle diesem Selektionsprozess, wird ihre Aktivität im Körper normalerweise durch regulatorische T-Zellen gehemmt. Vermutlich entsteht Typ-1-Diabe­tes, wenn bei einem dieser beiden Kontrollmechanismen etwas schief läuft. Bei Kindern ist Insulin meist das erste Ziel der Autoimmun­erkrankung. Das heißt, es gibt autoreaktive Immunzellen gegen das Hormon.

Die Behandlung solle nun das Gleichgewicht zwischen autoreaktiven und regulatorischen T-Zellen wieder­herstellen, wird Studienleiter Dr. Peter Achenbach vom Institut für Diabetesforschung in einer Pressemeldung zitiert­. Antigene, die über die Schleimhaut aufgenommen werden, könnten die Bildung regulatorischer T-Zellen stimulieren. Durch den Kontakt mit dem Schlüsselantigen Insulin über die Nasenschleimhaut solle die Bildung von insulinspezifischen regulatorischen T-Zellen angeregt und so eine mögliche Autoimmunantwort kon­trolliert werden.

In bisherigen Studien mit intranasalem Insulin seien die Kinder erst behandelt worden, wenn der Autoimmunprozess bereits weit fortgeschritten war, so die Forscher. Man rechne sich nun größere Erfolgschancen aus, wenn eine präventive Behandlung erfolgt, idealerweise bevor der Autoimmunprozess aktiviert wurde. (PZ/ss)