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Altersversorgung

Eine Rente für Minijobber

25.11.2008  21:14 Uhr

Altersversorgung

Eine Rente für Minijobber 

von Tanja Schweig

Auch Apotheker beschäftigen manche Mitarbeiter auf 400-Euro-Basis. Wer längere Zeit auf dieser Grundlage arbeitet, verringert dadurch seinen gesetzlichen Rentenanspruch. Mit der Minijobrente können Angestellte für eine zusätzliche Altersrente sorgen, ohne Einbußen beim Monatseinkommen. Und: Das Modell lohnt sich auch für die Arbeitgeber.

Geringfügig Beschäftigte dürfen maximal 400 Euro verdienen. Aufgrund dieses geringen Einkommens erwerben sie bei der Deutschen Rentenversicherung Bund nur sehr geringe Rentenansprüche. Damit auch Angestellte mit geringem Einkommen privat für das Alter vorsorgen können, hat die Versorgungseinrichtung für Beschäftigte mit geringem Einkommen e.V. das Konzept der Minijobrente entwickelt. Dieses Konzept sieht folgendermaßen aus: Beispielsweise vereinbaren PTA und Apotheker eine feste Stundenzahl an Mehrarbeit pro Woche oder Monat. Das Entgelt für diese zusätzlich geleisteten Stunden zahlt der Arbeitgeber in eine betriebliche Altersvorsorge für seine PTA ein – entweder in eine Direktversicherung oder eine Unterstützungskasse. Konkret bedeutet das: Bei einer wöchentlichen Mehrarbeit von zwei bis drei Stunden erarbeitet die PTA (in Abhängigkeit vom Stundenlohn) einen monatlichen Beitrag für die Minijobrente von 80 bis 120 Euro. 

Keine Einkommenseinbußen

Dieses Vorgehen hat gleich mehrere Vorteile: Die PTA behält ihren Status als geringfügig Beschäftigte, zahlt also bei einem 400-Euro-Job nach wie vor keine Steuern und Sozialabgaben vom Nettolohn. Von ihrem monatlichen Nettoeinkommen muss sie also nichts »abzwacken« und spart trotzdem Geld an für ihre spätere Rente.

Die Vorteile für den Arbeitgeber sind: Die PTA arbeitet einige Stunden im Monat mehr. Trotzdem bleibt sie im 400-Euro-Status, und er muss für sie nach wie vor nur die Pauschalbeiträge an die Minijobzentrale abführen. Für die Mehrarbeit entstehen ihm keine zusätzlichen Lohnnebenkosten. Dadurch wir die Arbeitskraft seiner Mitarbeiterin kostengünstiger, denn er zahlt in der Konsequenz einen etwas geringeren Brutto-Stundenlohn. 

Geeignet für wen?

Die Minijobrente macht nur dann einen Sinn, wenn das Arbeitsverhältnis unbefristet ist und damit auch über eine längere Zeit Beiträge in die Minijobrente eingezahlt werden. Wer den Arbeitgeber wechselt, der nimmt die Rentenanwartschaften aus dem 400-Euro-Job in den neuen Job mit.

Sollte die PTA einmal arbeitslos werden, bleiben ihr die bereits eingezahlten Beiträge voll erhalten. Die Rentenrücklagen sind im Fall einer Arbeitslosigkeit auch nicht auf Hartz-IV-Leistungen anrechenbar und können nicht gepfändet werden. Nicht geeignet ist die Minijobrente dagegen für Arbeitnehmer, die nur vorübergehend beschäftigt sind. 

Empfehlen kann man die Minijobrente auch PTA, die für eine absehbare Zeit geringfügig beschäftigt sein wollen und irgendwann eine Teil- oder Vollzeitbeschäftigung aufnehmen. Das betrifft zum Beispiel Mütter, die nach Jahren der Kindererziehung wieder in ihren Beruf einsteigen möchten. Viele arbeiten zunächst auf 400-Euro-Basis, um wieder im Beruf Fuß zu fassen. Mit der Minijobrente könnten sie direkt eine zusätzliche Altersversorgung aufbauen. Wechselt sie später in ein normales Arbeitsverhältnis, bleibt ihr die bisher rein arbeitgeberfinanzierte betriebliche Altersvorsoge erhalten. Sie kann die Minijobrente jetzt allerdings nicht kündigen. Die auch zukünftig einzuzahlenden Beiträge kann sie in der Höhe beibehalten oder auch reduzieren. Verwendet sie einen Teil ihres Bruttogehaltes dazu, spart sie allerdings Steuern und Sozialversicherungsbeiträge, kürzt aber auch geringfügig ihr Nettoeinkommen.

Eine Auszahlung der Minijobrente kann nicht vor dem vollendetem 60. Lebensjahr erfolgen. Dann aber kann sich die PTA entscheiden, ob sie sich die Rente einmalig oder monatlich auszahlen lassen will. 

Auch Riester-Rente machbar

Eine alternative Vorsorgemöglichkeit für 400-Euro-Kräfte ist die Riester-Rente. Dabei kommen auch Minijobber in den Genuss von hohen staatlichen Förderzulagen. Allerdings müssen PTA die Riester-Rente mit ihrem privatem Geld finanzieren im Gegensatz zur Minijobrente. Zunächst müssen sie freiwillig einen geringen Monatsbeitrag in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen, um überhaupt »riesterfähig« zu werden. Da der Arbeitgeber pauschal 15 Prozent für die Rentenversicherung beim Minijob abführt, muss der Arbeitnehmer 4,9 Prozent aus der eigenen Tasche finanzieren, bei einem 400-Euro-Job also 19,60 Euro pro Monat. Damit erreichen Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam den Beitrag für die gesetzliche Rentenversicherung von 19,9 Prozent. Wie PTA dann im Einzelnen »riestern« können, lesen Sie hier: Riester-Rente: Altersvorsorge mit hoher Förderung (PTA-Forum 5/2007).