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Gemeinsam gegen Leukämie

Einfach nur ein Abstrich im Mund

26.11.2008  10:52 Uhr

Gemeinsam gegen Leukämie

Einfach nur ein Abstrich im Mund 

PTA-Forum / In einer gemeinsamen Aktion rufen die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) und PTA-Forum alle Leserinnen und Leser auf, sich typisieren zu lassen. Früher war dazu eine Blutabnahme beim Arzt nötig, inzwischen reicht ein einfacher Abstrich im Mund, den jeder zu Hause selbst durchführen kann.

Alle 45 Minuten wird in Deutschland die Diagnose Leukämie neu gestellt, oft trifft sie Kinder und Jugendliche. Vielen Patienten kann schließlich nur eine Stammzellspende helfen. Die DKMS vermittelt dann: Sechs Erkrankte finden auf diese Weise jeden Tag sechs Stammzellspender, die genetisch wie ein Zwilling zu ihnen passen.

Rund 20 Prozent der Patienten haben dieses Glück derzeit noch nicht. Daher ist es so wichtig, dass sich immer neue potenzielle Spender registrieren lassen. PTA-Forum und die DKMS wollen jetzt in einer gemeinsamen Aktion neue Spender werben. Sicherlich werden sich viele Leserinneren und Leser zur sogenannten Typisierung bereit erklären, wenn sie erfahren, wie einfach das inzwischen geht.     

Typisierung ohne Blutabnahme

Grundsätzlich kann sich jeder gesunde Mensch im Alter zwischen 18 und 55 Jahren typisieren lassen. Eine Blutabnahme beim Arzt ist nicht mehr nötig. Inzwischen reicht ein Abstrich mit einem speziellen Wattestäbchen aus der Wangenschleimhaut, den jeder einfach zu Hause vornehmen kann. Die Probe schickt man zurück an die DKMS, die sie in ein Speziallabor leitet. Das bestimmt molekulargenetisch verschiedene Gewebemerkmale der Person. Die Blutgruppe spielt keine Rolle. Die Ergebnisse speichert die DKMS dann in einer Datenbank. Benötigt eines Tages ein Leukämiekranker Stammzellen eines Gesunden, suchen Ärzte in dieser Datenbank nach dem Spender, dessen Gewebemerkmale möglichst genau mit denen des Empfängers übereinstimmen. 

Aufnahme in die Datenbank

Wer sich in die Spender-Datenbank aufnehmen lassen will, kann sich an die DKMS wenden: entweder den Coupon ausfüllen und die Seite faxen an 0221-94058222 oder per Post an folgende Adresse schreiben: DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei gemeinützige Gesellschaft mbH, Scheidtweilerstraße 63-65, 50933 Köln, oder bei Frau Weißenberg anrufen, Tel. 0221 94058218. Wer dem Aufruf des PTA-Forums folgt, gibt dabei bitte das Stichwort »PTA« an.

Kurz danach versendet die DKMS einen Brief mit einem Test-Set und einer Einverständniserklärung. Das Einverständnis beinhaltet lediglich, dass die DKMS die Probe auswerten und die persönlichen Daten speichern darf. Das Einverständnis, später wirklich zu spenden, muss jeder erst dann geben, wenn ein Leukämiekranker seine Stammzellen braucht.

Der Test ist einfach durchzuführen:  Mit zwei Wattestäbchen reibt man jeweils 30 Sekunden lang über die Wangenschleimhaut und nimmt Schleimhautzellen ab. Die Stäbchen lässt man 2 Minuten trocknen und verpackt sie in einem beiliegenden Kuvert. Test und Einverständniserklärung werden in einem Rückumschlag an die DKMS geschickt. 

Die Stammzellspende

Findet sich eines Tages tatsächlich für einen Leukämie-Patienten der passende Spender in der Datenbank, meldet sich die DKMS bei ihm. Der Spender wird gründlich von einem Facharzt untersucht und über die Methode der Stammzellentnahme sowie alle Risiken aufgeklärt. Seine Gewebemerkmale werden nochmals sorgfältig geprüft. Erst dann muss er sich entscheiden, ob er tatsächlich zur Spende bereit ist. Übrigens: Alle anfallenden Kosten, auch die der Stammzellentnahme und die Reisekosten zur Entnahmeklinik, erstattet die DKMS.

Zur Entnahme der Stammzellen gibt es derzeit zwei Methoden: In 80 Prozent der Fälle verläuft die Entnahme über eine Apherese. Das Verfahren und die Apparatur ähneln äußerlich der Dialyse. Die Entnahme findet ambulant an einem Tag in einer von sechs deutschen Kliniken statt. Bevor es soweit ist, muss der Patient fünf Tage lang ein Präparat mit dem Wachstumsfaktor G-CSF zu Hause subkutan injizieren. Das Arzneimittel stimuliert die Produktion von Stammzellen und deren Freisetzung ins Blut. Als Nebenwirkung dieser Therapie können grippeähnliche Symptome auftreten. Nach der Entnahme bildet ein gesunder Mensch die entnommenen Zellen rasch wieder nach.

In circa 20 Prozent der Fälle erfolgt die Stammzellspende aus dem Beckenknochen. Dazu muss der Spender zwei bis drei Tage stationär in einer von acht deutschen Klinik bleiben. Unter Vollnarkose wird ihm dort circa 1 Liter Knochenmark-Blut-Gemisch entnommen; das sind etwa 5 Prozent des Gesamtvolumens. Zurück bleiben zwei kleine Narben über dem Gesäß. Spender beschreiben die anschließenden Schmerzen als gering, so als hätten sie sich an einer Tischkante gestoßen.

Welche der beiden Methoden durchgeführt wird, hängt vom Alter des Leukämie-Patienten, seiner Diagnose und Prog-nose ab. Die meisten Spender sind sich aber unabhängig von der Entnahmeart einig: »Was ich mitgemacht habe, ist nichts im Vergleich zu dem, was der Patient erlebt.« Wer gespendet hat, ist fast immer bereit, dies bei Bedarf sofort wieder zu tun. Seit Gründung der DKMS im Jahr -1991 spendeten über 15000 Menschen Stammzellen und retteten so das Leben vieler Patienten. Nähere Informationen rund um das Thema gibt es im Internet unter www.dkms.de .

Auch Geldspenden helfen

Wer sich typisieren lassen will, kann das kostenlos tun. Als gemeinnützige Gesellschaft ist die DKMS aber auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Die Typisierung im Speziallabor und die Registrierung in der Datenbank kosten rund 50 Euro. Wer will, kann die Kosten für seine Registrierung und Typisierung übernehmen und den Betrag gegen Spendenquittung überweisen auf das Spendenkonto der DKMS, Kontonummer: 255 556 bei der Kreissparkasse Tübingen (BLZ 640 500 20). Bitte dabei unter Verwendungszweck das Stichwort PTA vermerken. Wie viele Leserinnen und Leser sich an dieser Aktion beteiligen, veröffentlicht PTA-Forum anschließend.

Ich möchte mich im Rahmen der PTA-Forum-Aktion registrieren lassen und bitte um Zusendung des Test-Sets.
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