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Die Nase

Perfekte Pflege für das geniale Sinnesorgan

25.11.2008  09:20 Uhr

Die Nase

Perfekte Pflege für das geniale Sinnesorgan

von Elke Wolf

Nachdem die Geruchsforschung lange Zeit ein Schattendasein fristete, widmen Wissenschaftler ihr jetzt sehr viel mehr Aufmerksamkeit. Welche komplexen Vorgänge Gerüche in Nase und Gehirn auslösen, ist nun im Detail bekannt. Umso wichtiger ist es, eine verschnupfte und verstopfte Nase möglichst schnell von den Krankheiterregern zu befreien.

Lange Zeit unterschätzten Wissenschaftler die Nase. Vielleicht weil sie davon ausgegangen sind, dass Menschen ihre Umwelt hauptsächlich mit Augen und Ohren wahrnehmen. Doch unsere Nase ist ein sehr wichtiges Sinnesorgan: Sie verrät uns, ob der Fisch noch frisch ist oder schon verdorben, und warnt uns, wenn im Nebenzimmer der Adventskranz in Flammen steht. Und auch so manche Kindheitserinnerung steigt unmittelbar in einem hoch, wenn wir Jahre später einen Duft schnuppern, der ein besonders schönes oder auch ein unangenehmes Ereignis begleitete. 

In den letzten Jahren hat sich im Verständnis, wie der Geruchssinn funktioniert und wie Gerüche Menschen beeinflussen, viel getan. Vorreiter dabei waren Dr. Richard Axel aus New York und Dr. Linda Buch aus Seattle. Für ihre Erforschung, wie Duftrezeptoren den Geruchssinn steuern, erhielten sie 2004 sogar den Medizinnobelpreis.

Den Weg, wie ein in der Luft herumschwirrendes Duftmolekül bewusst wahrgenommen wird, haben Physiologen in den letzten Jahren Schritt für Schritt verfolgt. Heute ist bekannt, dass ein sensorischer Reiz zustande kommt, wenn Duftmoleküle ihren spezifischen Rezeptor auf der nur wenige Quadratzentimeter großen Schleimhaut in der Nase gefunden haben. Ort des Geschehens sind die Zilien der etwa 30 Millionen Riechzellen – spezialisierte Zellfortsätze, die in die Nasenhöhle hineinragen. Von der anderen Seite der Riechzelle führt ein langer Nervenfortsatz durch kleine Öffnungen im Schädelknochen in das Gehirn. Dort stellt der Nerv die Verbindung her mit spezifischen Zellen  im sogenannten Riechhirn, dem Bulbus olfactorius.

Spermien brauchen Wegweiser

Duftrezeptoren gibt es nicht nur in der Nase, sondern auch in den Spermien. Sie weisen den Spermien den Weg zur Eizelle, die einen Duft ausströmt, der Maiglöckchenduft  ähnelt. Das hat eine Arbeitsgruppe um Professor Dr. Hanns Hatt, Biologe an der Ruhr-Universität Bochum, herausgefunden. So ist auch zu erklären, warum sich die Spermien überwiegend zu dem Eileiter hin bewegen, in dem das Ei ist. Das Forscherteam entwickelte auch einen passenden Duftblocker, der es den Spermien unmöglich macht, den Maiglöckchenduft zu riechen. Wer weiß: Vielleicht ist das die Grund-lage für eine hormonfreie Art der Empfängnisverhütung.

Bevor die flüchtigen Moleküle jedoch zu den Zilien Kontakt aufbauen können, müssen sie den Schleim überwinden, der die Zilien nach außen abdeckt. Deshalb heften sie sich an ein  Duftstoff-bindendes Protein und werden so durch die schleimige Schutz- und Diffusionsbarriere transportiert. An den Zilien angekommen, treffen sie auf eine Vielzahl an »Duftrezeptoren«: Die beiden Medizinnobelpreisträger entdeckten über 1000 leicht unterschiedliche Gene, die in den Riechsinneszellen des Nasenepithels aktiv sind. Das ist die größte Genfamilie im menschlichen Genom! Diese Gene produzieren eine entsprechend große Anzahl an Rezeptoren. Allerdings ist bislang nur von vier dieser Rezeptoren bekannt, welches Geruchsmolekül sie aufnehmen.

Axel und Buch fanden heraus, dass in einer Riechzelle jeweils nur eines dieser Gene aktiv ist und dort nur einen bestimmten Geruchsrezeptor produziert, der spezifisch ein Duftmolekül binden kann. So gibt es etwa 1000 unterschiedliche Riechzellen, und jede Zelle erkennt nur eine Art von Duftmolekül. Allerdings bestehen Düfte, so beispielsweise Rosenduft, aus mehreren hundert chemischen Komponenten, so dass auch immer mehrere hundert Rezeptoren erregt werden. Etwa 10000 verschiedene Gerüche kann ein Mensch  unterscheiden. Wenn Menschen bestimmte Düfte nicht riechen können – so können rund 7 Prozent der Menschen Fischgeruch nicht wahrnehmen –, bedeutet das, dass ihnen die dafür benötigten Rezeptorproteine fehlen.

Hat ein Duftmolekül an seinen Rezeptor angedockt, so wird der chemische Reiz von den Sinneszellen in elektrische Impulse übersetzt. Empfänger der elektrischen Signale ist der Bulbus olfactorius. Hier beginnt die zentralnervöse Verarbeitung der Duftinformationen. Die Impulse der Rezeptoren werden analysiert, in ein anderes Informationsmuster übersetzt und dann in höhere Zentren des Gehirns geleitet. Durch wenige synaptische Umschaltungen gelangt die Information in verschiedene Hirnregionen. Das Geruchssystem ist nicht nur der Großhirnrinde gekoppelt, dem für die Wahrnehmung zuständigen Bereich, sondern auch mit dem Teil des Zwischenhirns, der die vegetativen Funktionen wie Nahrungsaufnahme zentral steuert, sowie mit dem Limbischen System. Das ist der Grund, weshalb Düfte mehr als jeder andere Reiz Gefühlsregungen, Erinnerungen, Hormonsteuerungen oder immunologische Prozesse auslösen. Ein Hauch von Lavendelduft, und schon fühlt man sich in den letzten Sommerurlaub in der Provence zurückversetzt. Was die Nase riecht, beeinflusst jeden unbewusst und ist nicht steuerbar. So ist es praktisch unmöglich, sich einen bestimmten Geruch in Erinnerung zu rufen.

Durch ihren Geruchsinn sind Menschen manipulierbar. Und genau das nutzt die Industrie aus: In japanischen Großraumbüros werden zur Leistungssteigerung Zitrusdüfte über die Klimaanlage verteilt. Alte Autos werden mit »Neuwagensprays« wieder aufgemöbelt. Auch so mancher frische Wind weht durch die eine oder andere Hotellobby. Einige Hotels kreieren spezielle Düfte, um Gäste zu binden. Der Geruch wirke nachhaltiger als kleine Geschenke, Hintergrundmusik oder Designermöbel, haben Marketingstrategen herausgefunden. So arbeitet seit kurzem das Berliner Swissôtel am Kurfürstendamm mit einem speziellen Duft, und auch die Park Hyatt-Hotels lassen jedes Haus seit 2001 mit einem eigenen Duft ausstatten.

Flimmerhärchen als Förderband

Doch die Nase ist nicht nur zum Riechen dar. Sie erwärmt, reinigt und feuchtet die Atemluft an. Und das ist pro Tag eine ganze Menge. Bei normaler Nasenatmung gelangen täglich etwa 10 000 Liter Luft über die Nase und Luftröhre in die beiden Lungenflügel und kehren von dort – beladen mit Kohlendioxid – wieder an die Außenwelt zurück. Rauch- und Abgase sind für die Lungen genauso schädlich wie feste  Partikel. Daher existieren Schutzmechanismen, die beim Einstrom der Luft Staub, Allergene, Bakterien oder Viren abfangen und unschädlich machen. Von Drüsenzellen gebildetes Sekret der Schleimhaut und die Flimmerhärchen im gesamten Atemwegstrakt sorgen für den Abtransport der Schmutzpartikel. So auch in der Nase.

Drei Zellelemente bilden das Epithel der Nasenoberfläche: Flimmerzellen, Becherzellen und Basalzellen. Jede Flimmerzelle  endet in zahlreichen Flimmerhärchen beziehungsweise Zilien, die aus der Oberfläche hinausragen. Diese führen einen exakt aufeinander abgestimmten peitschenartigen Schlag aus, der den gleichmäßigen Sekretstrom über die Schleimhaut gewährleistet.

Der Schleim in der Nase und den übrigen Atemwegen hat keine leichte Aufgabe: Einerseits soll er Schmutzpartikel durch entsprechende Klebrigkeit an sich binden, andererseits muss er transportfähig bleiben und darf daher nicht zu zäh sein. Das Kunststück gelingt, weil der aufliegende Schleim zweischichtig ist: Direkt über dem Gewebe ist er dünnflüssig (Solphase). In diesen flüssigen Schleim tauchen pro Zelle 300 Flimmerhärchen mit ihren Spitzen ein und bewegen ihn im rhythmischen Takt von 10 Schlägen pro Sekunde nach Art eines Förderbandes weiter. An seiner Oberfläche hingegen ist der Schleim klebrig (Gelphase). Insgesamt beträgt sein Wasseranteil 95 Prozent. So erfolgt eine ständige Reinigung der Atemluft. In der Nase schlagen die Flimmerhärchen nach hinten und transportieren das Nasensekret in den Rachen, wo es unbemerkt verschluckt wird. Die Magensäure sorgt dann dafür, dass die am Schleim klebenden Keime vernichtet werden.

Ohne Geruch schmeckt alles fad

Schwillt die Schleimhaut der Nase bei einer Erkältung an, ist der Weg für die Atemluft zu den Riechzellen versperrt. Erkältete können kaum noch etwas riechen und schmecken. In der Tat: Auch beim Essen spielt der Geruch eine wichtige Rolle. Das meiste, was wir schmecken, riechen wir eigentlich. Speisen schmecken nur süß, sauer, bitter oder salzig. Alle typischen Aromen nimmt die Nase wahr. 

Geruch steigert Appetit

Riechzellen sind die einzigen Sinneszellen, die alle sechs bis acht Wochen erneuert werden. Im Alter können sich die Zellen nicht mehr so schnell regenerieren; die Zahl der aktiven Riechzellen nimmt ab, so dass der Geruchssinn bei Senioren an Empfindlichkeit einbüßt. Studien haben ergeben, dass nur noch die Hälfte der 70-Jährigen Apfelgeruch wahrnimmt; Karotten riechen nur noch 7 Prozent der Senioren. Konsequenz: Ältere Menschen finden Speisen geschmacklich fad, und so essen sie häufig wenig. Wissenschaftler reicherten deshalb in einer Studie die Kost von Altenheimbewohnern mit Aromastoffen an. Daraufhin aßen die Senioren wieder mit Appetit und daher mehr.

Eine anhaltende Schleimhautentzündung schädigt die Flimmerhärchen, und es braucht einige Zeit, bis sie sich nachgebildet haben. Wer wegen des vermehrten Sekrets und der geschwollenen Nasenschleimhaut keine Luft mehr bekommt, sollte abschwellende Nasentropfen oder -sprays anwenden. Die enthaltenen Imidazolinderivate wirken schleimhautabschwellend und sekretionshemmend, indem sie über die alfa-Rezeptoren die Gefäßwand kontrahieren und dadurch die Durchblutung herabsetzen. Die Schleimproduktion wird gedrosselt, die Atmung durch die Nase wieder möglich. 

Im Beratungsgespräch sollten PTA oder Apotheker den Patienten alfa-Sympathomimetika mit langer Wirkdauer empfehlen, denn dann benötigt der Patient nur wenige Applikationen pro Tag. Tramazolin (zum Beispiel Rhinospray® plus), Oxymetazolin (zum Beispiel Nasivin®) und Xylometazolin (zum Beispiel Olynth®, Otriven®) wirken am längsten, das heißt sechs bis sieben Stunden. Wahrscheinlich werden diese drei Arzneistoffe langsamer abtransportiert und können daher länger wirken.

Tipps zur Anwendung von Nasentropfen und -sprays

  • Nase putzen oder Schleim bei Kindern mit einem Sekretsauger (zum Beispiel Glasolive) aus der Nasenhöhle entfernen.
  • Tropfen bei weit zurückgebeugtem Kopf in die Nase eintropfen (Kleinkinder hinlegen).
  • Pipette/Sprayflasche zusammengedrückt aus der Nase  ziehen, sonst gelangt Nasensekret in die Zubereitung.
  • Tropfpipette danach mit sauberem Tuch abwischen.
  • Ältere Kinder mitentscheiden lassen, ob sie lieber Spray oder Tropfen anwenden möchten. Der Vorteil der Sprays ist die bessere Wirkstoffverteilung, jedoch höhere Nebenwirkungsrate durch bessere Resorption.
  • Jedes Familienmitglied erhält eine eigene Flasche; mit dem Namen beschriften. Das vermeidet Ansteckung.

Quelle: Vortrag Dr. Margit Schlenk »Kinder in der Apotheke, pharmazeutisch betreut«, Wochenendworkshop Pharmazeutische Betreuung, Heidelberg, 25. Oktober 2008

Rasenmäher für Flimmerhärchen

Ein wichtiger Hinweis für die Patienten: alfa-Sympathomimetika sollten sie maximal sieben bis zehn Tage in die Nase träufeln. Grund: Die Überstimulation des Sympathikus lässt langfristig die Nasenschleimhaut austrocknen, die Aktivität der Flimmerhärchen wird herabgesetzt und letztlich die Schleimhaut irreversibel geschädigt. »Zu lange verabreicht wirken alfa-Sympathomimetika wie ein Flimmerhärchen-Rasenmäher«, erklärte Dr. Margit Schlenk, Apothekerin aus Nürnberg, auf einer Fortbildung für Apotheker sehr anschaulich.

Wenn der Schnupfen stockt und das Sekret borkig wird, sind statt der schleimhautabschwellenden Nasenpräparate besser isotonische Kochsalzlösungen oder isotones Meerwasser (zum Beispiel Rhinomer® Nasenspray) angezeigt. Diese Präparate wirken zwar nicht abschwellend, unterstützen aber die Schlagkraft der Flimmerhärchen und verbessern die Selbstreinigung der Nase. Salzlösungen sind auch zur Vorbeugung ein guter Tipp. Denn im Winter sinkt die Luftfeuchtigkeit in überheizten Räumen schnell auf Werte unter 60 Prozent. Das trocknet die Nasenschleimhaut aus, und Erkältungsviren bleiben leichter auf ihr haften. Salzlösungen eignen sich für die Langzeitanwendung, weil sie nicht abhängig machen. 

Öle legen Zilien lahm

Bei Borken im vorderen Nasenraum, die schmerzen, jucken oder bluten, helfen pflegende Dexpathenol-Salben (zum Beispiel Bepanthen® Nasensalbe). Nasenöle auf Mineralölbasis sind nicht zu empfehlen, da der aufgetragene Ölfilm die Regeneration der Flimmerzellen hindert und den Zilienschlag lähmt.

Mineralsalz aus den Thermalquellen von Bad Ems (Emser® Salz) hat sich bei Infekten der oberen Atemwege bewährt. Das Salzgemisch ist reich an Elektrolyten, und diese Ionen sorgen für einen alkalischen pH-Wert von 8,2 bis 9,2. Isotonische Kochsalzlösung besitzt dagegen definitionsgemäß einen pH-Wert von 6 bis 7.  Der alkalische pH-Wert der Salzlösung bringt einen Vorteil: Er setzt die Viskosität des zähen Sekrets herab. Dieser Effekt geht offenbar über die reine Flüssigkeitszufuhr während einer Nasendusche und Osmose hinaus. Eine Erklärung ist, dass Carbonat und Hydrogencarbonat, zwei der enthaltenen Elektrolyte, die Brückenbindungen zwischen den Mucopolysaccariden, die den zähen Schleim aufbauen, zerstören. Die Sekretstruktur lockert sich, wird elastischer, die Flimmerhärchen können den Abtransport des Sekrets wieder bewältigen.

Richtig Nase putzen

Wer richtig schnäuzt, kann Mittelohrentzündungen verhindern. Dazu hält man ein Nasenloch zu und bläst nur durch das andere aus. Der Mund bleibt geschlossen. Wer mit viel Druck durch beide Nasenlöcher schnäuzt, riskiert, dass Nasensekret über den Nasen-Ohren-Gang zum Mittelohr oder in die Nebenhöhlen hin getrieben wird. Das erhöht das Risiko für eine Mittelohrentzündung. Eltern üben am besten mit ihren Kindern richtiges Naseputzen. Dazu bietet sich zum Beispiel der Otobar®-Nasenballon an.

Mehr Luft für Schniefnasen

Auch die Phytomedizin hilft Schnupfennasen. Es gibt eine Vielzahl von Präparaten auf pflanzlicher Basis, so zum Beispiel mit ätherischen Öldrogen oder isolierten Inhaltsstoffen wie Menthol, Cineol oder Thymol. Äußerlich angewendet verbessern die ätherischen Öle subjektiv die Atmung. Vorsicht: Menthol, Cineol, Myrthol oder Campher eignen sich nicht für Kinder unter 2 Jahren. Es drohen ein Krampf der Zungenmuskulatur, ein Bronchospasmus und Asthma-ähnliche Zustände bis hin zum Atemstillstand.

Doch klinisch nachweisbar waren weder die Abschwellung der Nasenschleimhaut noch die Abnahme des Atmungswiderstands. Einige Wissenschaftler führen den subjektiv als kühlend und erweiternd empfunden Effekt von Menthol, Campher und Eukalyptusöl auf eine Erregung von Thermorezeptoren in der Nasenschleimhaut zurück. 

Dass ätherische Öle auf neurophysiologischem Weg die Befindlichkeit beeinflussen, ist die eine Sache. Dass sie aber auch über die Nase – ohne auf die Riechrezeptoren zu treffen – direkt in den Blutkreislauf gelangen, ist ihre zweite Wirkkomponente. Auf diese Weise wirken sie direkt auf die Organe wie die Atemwege ein, und umgekehrt  geben diese Organe Impulse an das Gehirn  weiter. Der olfaktorische und bronchopulmonale Weg beeinflussen sich vermutlich gegenseitig.

Die meisten ätherischen Öle enthalten Monoterpene. Diese niedermolekularen, lipophilen Verbindungen haben eine sehr hohe Affinität zu Geweben, dringen deshalb sehr leicht durch die Zellmembranen ins Blut. Cineol und Campher beispielsweise sind schon 10 Minuten nach Inhalation im Blut nachzuweisen. Nach rund drei Stunden ist das Blut wieder terpenfrei, sei es, weil die Stoffe abgebaut, ausgeatmet oder ausgeschieden wurden. Im Vollbad nehmen die Patienten Terpene transdermal auf, zusätzlich zum inhalativen Weg. Nach einem halbstündigen Bad atmen sie die Terpene noch mehr als fünf Stunden  mit der Atemluft aus. 

Großputz für die Nase

Wandern im Verlauf der Erkältung die Schnupfenviren auch in die Nasennebenhöhlen, erkrankt der Patient an einer Sinusitis. Die Sinusitis verzögert den Genesungsprozess. Tipp: Einseitiger Schnupfen ist immer ein Indiz für eine Nebenhöhlenentzündung, auch Ohrenschmerzen, latente Kopfschmerzen und Druckempfindlichkeit im Nasen-Stirn-Bereich besonders beim Bücken gehören zu den charakteristischen Symptomen. Das A und O der Therapie besteht darin, die Entzündung abklingen zu lassen und den natürlichen Schleimabfluss der Nebenhöhlen wiederherzustellen.

Sekretolytika leiten gewissermaßen einen Großputz der Nase ein, indem sie die Bildung von frischem dünnflüssigem Schleim und damit die körpereigene Schutz- und Reinigungsfunktion ankurbeln. Bei Sinusitis empfehlen Ärzte auch chemisch-synthetische Sekretolytika wie Acetylcystein (zum Beispiel Fluimucil®) oder Ambroxol (zum Beispiel Mucosolvan®) sowie solche auf pflanzlicher Basis. Beide Arzneistoffe sind für die Behandlung der Rhinosinusitis allerdings nicht zugelassen.

Gute Erfolge erzielen die fixe Kombination aus Extrakten der Enzianwurzel, Eisenkraut, Holunderblüten, Garten-Sauerampferkraut und Schlüsselblume (Sinupret®) oder Myrtol-haltige (Gelomyrtol®) Arzneimittel. Beide Präparate besitzen eine Zulassung für die Indikation Sinusitis. Valide Studien untermauern ihre schleimlösenden Eigenschaften. Eine eitrige Sinusitis erfordert zusätzlich zum Sekretolytikum eine Antibiotika-Therapie.

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