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Adexa-Umfrage 2012

Starkes Gefälle bei Gehältern

19.10.2012  18:01 Uhr

Von Michael van den Heuvel / In einigen Kammerbezirken arbeitet ein erheblicher Teil der Angestellten für weniger als das Tarifgehalt. Große Unterschiede bestehen dabei zwischen dem Osten und dem Westen der Republik. Das hat die diesjährige Umfrage der Apothekengewerkschaft Adexa ergeben.

In regelmäßigen Abständen befragt Adexa Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bundesweit nach ihrer Gehaltssituation. Jetzt liegen Ergebnisse aus 2012 für die einzelnen Kammerbezirke vor: Eher Aus­nahme als Regel ist ein untertarifliches Gehalt in Hamburg (6 Prozent der Befragten), Bremen (8 Prozent), Bayern (9 Prozent), Hessen (9 Prozent) und Rheinland-Pfalz (9 Prozent). Im bundesweiten Mittelfeld bewegen sich Nordrhein (10 Prozent), Berlin (11 Prozent), Schleswig-Holstein (12 Prozent), Thüringen (12 Prozent), Baden-Württemberg (13 Prozent), das Saarland (13 Prozent) und Westfalen-Lippe (15 Prozent).

Vergleichsweise schlecht ist die Situation für die Apothekenangestellten in Mecklenburg-Vorpommern (19 Prozent), Niedersachsen (27 Prozent), Brandenburg (38 Prozent), Sachsen-Anhalt (49 Prozent) und im Schlusslicht Sachsen (61 Prozent). Die Angaben beruhen auf der Auswertung von 2000 Datensätzen der aktuellen Adexa-Gehaltsumfrage.

Nicht umsatzabhängig

Ein Zusammenhang mit der jeweiligen Umsatzhöhe der Apotheken ist offensichtlich nicht gegeben. In den zwei Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg sowie in Nordrhein, wo Inhaber häufig tarifliche oder sogar übertarifliche Gehälter zahlen, liegen die Umsätze signifikant unter dem bundes­deutschen Durchschnitt. Im Vergleich dazu befinden sich die Umsätze in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt deutlich über dem durchschnittlichen Wert. Gerade in Sachsen erhalten Mitarbeiter vermutlich aus Prinzip kein tarifliches oder übertarifliches Entgelt. Schließlich gilt in diesem Kammerbezirk seit 15 Jahren kein Tarifvertrag mehr.

Dazu sagt Tanja Kratt, Zweite Vorsitzende und Vorsitzende der Adexa-Tarifkommission: »Aufgrund des zunehmenden Fachkräftemangels werden sich sowohl PTA als auch die anderen Angestellten immer seltener mit einem Gehalt zufrieden geben, das ihrer Qualifikation und Leistung nicht angemessen ist. Es ist für die Arbeitgeber an der Zeit, aufzuwachen!« /

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